Radverkehr in Nordkirchen: Radstreifen würden den ruhenden Verkehr zum Teil verdrängen

Ausschuss berät

Bekommt der Ortskern Nordkirchen Radverkehrsstreifen? Wenn ja, wo? Und wenn nein, warum nicht? Dem Ausschuss für Bauen und Planung liegen nun neue Erkenntnisse vor.

Nordkirchen

, 20.01.2020, 06:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Radverkehr in Nordkirchen: Radstreifen würden den ruhenden Verkehr zum Teil verdrängen

Die Bergstraße, eine der Haupt-Einfallstraßen nach Nordkirchen, könnte allenfalls mit einem einseitigen Radfahrstreifen ausgestattet werden. © Tobias Weckenbrock (A)

In der Ausschusssitzung am 12. Dezember 2019 hatte die Verwaltung für die Mühlenstraße, Schloßstraße, Bergstraße und die Lüdinghauser Straße die Möglichkeiten zur Anlage von sogenannten Radverkehrsstreifen erläutert.

Mindestens 1,25 Meter breit

Bei Einhaltung der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen – ERA 2010“ sind die Schutzstreifen in einer Breite von mindestens 1,25 Metern anzulegen und die Breite des zwischen den Schutzstreifen verbleibenden Teiles der Fahrbahn soll mindestens 4,50 Meter, bei hohen Verkehrsstärken 5 Meter betragen. Das teilt die Gemeinde Nordkirchen im Vorfeld der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Planung (Dienstag, 21. Januar, 17.30 Uhr im Bürgerhaus, Am Gorbach 2) mit.

Bei diesen Breiten sei ein gefahrloses Begegnen von Pkw bei verminderter

Geschwindigkeit möglich. Beidseitige Schutzstreifen erfordern somit Fahrbahnbreiten von mindestens 7 Metern, wobei dann auf der Fahrbahn nicht geparkt werden kann. So skizziert es die Gemeindeverwaltung.

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Im Ergebnis bedeutet dies nach Ansicht der Verwaltung:

  • Auf der Lüdinghauser Straße sind beidseitige Radfahrstreifen möglich bei einseitiger Aufgabe des Parkens und einigen baulichen Änderungen im Verlauf der Straße. Das gilt nicht für den Abschnitt vor der Volksbank/Ludwig-BeckerPlatz, weil dort die Fahrbahn zu schmal ist. Im weiteren Verlauf würden dann je nach Lage des Radfahrstreifens einseitig jeweils circa 50 Parkplätze fehlen.
  • Schloßstraße und Bergstraße können allenfalls mit einem einseitigen Radfahrstreifen ausgestattet werden bei gleichzeitiger Aufhebung der Parkerlaubnis auf der Fahrbahn. Die außerhalb der Fahrbahn liegenden Parkplätze beidseits der Schloßstraße können erhalten bleiben bei Anlage eines Radfahrstreifens.
  • Auf der Mühlenstraße sind beidseitige Radfahrstreifen dann möglich, wenn das Parken am Fahrbahnrand unterbunden wird. Hierbei fallen bis zu 45 Parkmöglichkeiten weg.

Entscheidung im Ausschuss

Für die Anlage von Radfahrstreifen ist laut Gemeinde eine Genehmigung des Straßenverkehrsamtes erforderlich. Die Politiker müssen entscheiden, ob diese Genehmigung beantragt werden soll.

In den Diskussionen im Dezember 2019 war eines ganz deutlich geworden: Politiker verschiedener Fraktionen sprachen sich dafür aus, Radfahrern einen sicheren Raum zu geben. Fahrradstreifen würden den Radlern mehr Sicherheit geben und hätten auch eine Signalwirkung an die Autofahrer, mehr Rücksicht beim Überholen zu nehmen.

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