Polizei findet Nazi-Museum bei deutschem Waffenschieber

Verbrechen

Ein „Museum“ mit Nazi-Uniformen, Fahnen und anderen Nazi-Objekten entdeckt die Polizei bei einem deutschen Waffenschieber in Spanien. Die Ermittler heben außerdem ein großes Waffenlager aus.

Málaga

30.12.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf diesem vom spanischen Zivilschutz zur Verfügung gestellten Bild liegen beschlagnahmte Waffen auf einem Tisch.

Auf diesem vom spanischen Zivilschutz zur Verfügung gestellten Bild liegen beschlagnahmte Waffen auf einem Tisch. © picture alliance/dpa/Guardia Civil

Die spanische Polizei hat bei einem Schlag gegen Waffenschieber an der Costa del Sol ein großes Waffenlager und zahlreiche Nazi-Devotionalien gefunden. Die Anführer der Bande, bei denen es sich um zwei Deutsche und einen Briten handele, seien festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag unter Berufung auf die Polizei.

Bei einem der Deutschen, der Verbindungen in rechtsextreme Kreise habe, sei laut Polizei ein „Museum“ mit Nazi-Uniformen, Fahnen und anderen Nazi-Objekten gefunden worden.

In Kooperation mit dem Bundeskriminalamt (BKA) sei festgestellt worden, dass der andere der beiden Deutschen, der als angeblicher Rentner in Coín bei Málaga lebte, in Deutschland wegen eines Waffenlagers bei Hannover per Haftbefehl gesucht wurde. Den drei Festgenommenen werde die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Waffen-, Munitions- und Drogenschmuggel sowie Urkundenfälschung vorgeworfen.

121 Pistolen, 22 Sturmgewehre und acht Maschinenpistolen

Das Waffenlager der Bande, die Drogenschmuggler in Südspanien mit Waffen versorgte, sei ungewöhnlich umfangreich gewesen. Insgesamt wurden 121 Pistolen, 22 Sturmgewehre, acht Maschinenpistolen, 9976 Schuss Munition unterschiedlicher Kaliber, acht Schalldämpfer, 273 Magazine und sogar eine Granate mit eineinhalb Kilogramm Sprengstoff beschlagnahmt, wie Europa Press schrieb.

Die Bande habe unbrauchbar gemachte Kriegswaffen in Osteuropa aufgekauft und in einer geheimen Werkstatt wieder funktionsfähig gemacht. Die Ermittlungen hätten schon im vergangenen Jahr begonnen, als bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Drogenbanden der Region immer mehr und gefährlichere Waffen zum Einsatz kamen.

RND/dpa