"Pluriversum" ist Alexander Kluges Debüt im Museum

Ausstellung im Essener Folkwang

Bekannt ist Alexander Kluge für seine Bücher und Filme. Nun traut er sich mit seinem Werk erstmals ins Museum, wo er neue Arbeiten zeigt und Einblicke in unveröffentlichte Materialien und Filmsammlungen gibt. Anlass für die Ausstellung „Pluriversum“ im Essener Museum Folkwang ist sein 85. Geburtstag.

ESSEN

, 14.09.2017, 17:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Pluriversum" ist Alexander Kluges Debüt im Museum

In seiner Ausstellung "Pluriversum" ist Alexander Kluge im Minutenfilm "Kluge lesend" aus dem Jahre 2016 selbst zu sehen.

In sechs multimedialen Räumen ist es „eine der komplexesten Ausstellungen, die wir hier je hatten“ zu sehen, so Museumsdirektor Tobia Bezzola. Wie die Spinne Arachne, mit der Kluge seine Arbeit wiederholt verglichen hat, webt er ein Netz aus Themen und Medien.

Im ersten Raum, der „Sternenkarte der Begriffe“, ist die Spinne dann gleich auch auf einem Bildschirm zu sehen. Die Einführung besteht aus drei Wänden, die übersät sind mit Begriffen wie Zirkus oder Libido, die in veränderter Form in den anderen Räumen wieder vorkommen.

Alexander Kluges "Lebenszeit als Währung"

Der zweite Raum nennt sich „Lebenszeit als Währung“. Mitten im Raum steht eine Fliegerbombe, passend zur Filmcollage zum Thema Krieg dahinter. Die Gegenstände greifen bei Kluge geschickt die Filmcollagen auf.

Der dritte Raum ist Kluges „Arbeitszimmer“. Dort stehen Regale mit Büchern, in denen gelesen werden darf. Zudem hängen schwarze Pinnwände mit Skizzen von unfertigen Projekten an den Wänden.

Der vierte Raum, „Archiv – Das Gedächtnis der Bilder“, wird dominiert durch eine große Fotografie von Thomas Demand. In seinem Werk „Atlas“ zeigt Kluge filmische Sequenzen und Versuchsreihen. Die Lithografie von Paul Klee „Die Hexe mit dem Komm“ geht inmitten dessen fast unter.

Kluge inszeniert Mehrfachbilder als Memory

Der fünfte Raum ist „Das Pluriversum der Bilder“, in dem fünf Filme gleichzeitig abgespielt werden. Sie zeigen Kriegsassoziationen unterlegt mit Wal-Lauten, einen Formel-1-Crash, Zeitraffer und mehr. Der letzte Raum wird bestimmt durch ein zwei Meter hohes, begehbares Haus, an dem eine hölzerne Tür lehnt.

Durch die korrespondierenden Mehrfachbilder entstehe eine Art Memory-Spiel, sagt Kluge. Und er hat Recht: Der Rundgang ist jedes Mal anders – das solle dazu animieren, mehrmals zu kommen.

Museum Folkwang Essen: „Pluriversum“, 15. 9. - 7.1., Museumsplatz 1, Di/Mi 10-18 Uhr, Do/Fr 10-20 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr.