Philologenverband: Schüler sollen Decken und Schals in die Schule mitbringen

Coronavirus

Laut Philologenverband sollen Decken und Schals künftig zur Grundausstattung der Schüler gehören, damit sich Schulen nicht zu Corona-Hotspots entwickeln.

Berlin

12.10.2020, 11:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nicht nur auf dem Weg zur Schule: Künftig sollen Kinder auch im Klassenzimmer dicke Jacken und Schals tragen. Denn nur so könnte regelmäßig gelüftet werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Nicht nur auf dem Weg zur Schule: Künftig sollen Kinder auch im Klassenzimmer dicke Jacken und Schals tragen. Denn nur so könnte regelmäßig gelüftet werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. © picture alliance/dpa

Der Deutsche Philologenverband hält das Lüften von Klassenzimmern auch im Herbst und Winter für das „A und O“. „Für die kalten Monate werden jetzt Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung der Schülerinnen und Schüler gehören“, sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing der „Bild“-Zeitung .

Lehrer und Schüler müssten auf das Zwiebelprinzip setzen und sollten „sich so dick anziehen und dann eventuell nach und nach ausziehen“ können.

Schulen könnten zu Corona-Hotspots werden

Den Kultusministern warf Lin-Klitzing vor, zu spät mit den Planungen für die kalten Monate begonnen zu haben. „Sonst hätten die Schulen beispielsweise auch Plexiglasscheiben zwischen den Schülern aufstellen können.“

Lehrerverbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger forderte unterdessen ein bundesweites Corona-Schulampel-System. Die in einigen Bundesländern geltende Regelung, ab 50 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner auch im Klassenzimmer für ältere Schüler die Maskenpflicht vorzuschreiben, halte er für richtig.

„Es ist allerdings traurig, dass sich manche Bundesländer so einem Corona-Schulampel-System weiter entziehen. Das heißt, sie weigern sich, die Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen automatisch an das Infektionsgeschehen zu koppeln“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“.

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Warnung: Schulen könnten sich zu Hotspots entwickeln

Zudem warnte Meidinger davor, dass sich die Schulen zu Corona-Hotspots entwickeln könnten. Corona-Infektionen würden jetzt auch von Schulen und Schülern ausgehen. „Die von manchen Politikern ständig wiederholte Behauptung, man brauche sich wegen des Infektionsgeschehens an Schulen keine Sorgen zu machen und die bislang wenigen Infektionen würden hauptsächlich von außen in die Schulen getragen, lässt sich aktuell nicht mehr aufrechterhalten“, sagte Meidinger.

Es gebe jetzt eine Reihe von Fällen in Deutschland, wo nicht nur Infektionen innerhalb der Schulen wahrscheinlich seien, sondern wo tatsächlich das Infektionsgeschehen sogar von Schulen und Schülern ausgehe.

RND/dpa