Parkplätze in Nordkirchen werden bald mit modernen Sensoren überwacht

dzParkplatzüberwachung

Die Gemeinde will schon bald Parkplätze im Ortskern Nordkirchen überwachen. Das System soll dabei mit einer Sensortechnik vollautomatisch funktionieren. Dabei geht es nicht nur um Parksünder.

Nordkirchen

, 27.06.2020, 19:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mühlenpark-Eigentümer Ludger Kappenberg hatte es schon gemeinsam mit der Gemeinde angekündigt, jetzt werden die Pläne konkreter: In Nordkirchen sollen bald Parkplätze elektronisch überwacht werden. Wann das Ganze startet und wie die Überwachung genau aussehen wird, erklären wir in Fragen und Antworten.

? Was bedeutet „elektronische Parkraumüberwachung“ genau?

Um das Grundkonzept zu erklären, hilft ein Blick in die Nachbarschaft, genauer nach Olfen: Dort gibt es bereits ein ähnliches System auf den Parkplätzen des Aldi-Markts. Auf sämtlichen Parkplätzen wurden dort Sensoren - flache, schwarze Plastikkästchen installiert.

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Diese Sensoren erfassen, wenn auf dem Platz ein Auto abgestellt wird. Für alle Kurzparker, die nur zum Einkaufen die Parkplätze nutzt, ist das parken nach wie vor kostenfrei. Wird die maximale Parkzeit allerdings überschritten, meldet das System dies automatisch und für das Parken wird eine Gebühr berechnet. Zumindest was die technische Lösung angeht, will die Gemeinde einen ähnlichen Weg beschreiten. Heißt: Auf den Parkplätzen sollen Sensoren montiert werden.

? Um welche Parkplätze soll es dabei gehen?

Auf Anfrage sagt Kämmerer Bernd Tönning, dass noch nicht abschließend geklärt ist, welche Parkplätze Sensoren bekommen. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag (23.6.) kündigte Bürgermeister Dietmar Bergmann aber schon die Plätze im Mühlenpark, also rund um den Aldi, Rossmann und die geplante Ernsting’s-Family-Filiale, sowie die Schloßstraße als Standorte an. Wie viele Parkplätze das betrifft, ist noch nicht bekannt.

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? Wann soll die Überwachung starten?

Einen festen Termin gibt es noch nicht. Bis zum Herbst sollen dabei Punkte, wie die Förderung für das Projekt und die technische Grundlage, geklärt werden, sagt Bernd Tönning. Das heiße nicht, dass die Überwachung dann direkt im Herbst 2020 beginnt.

? Mit welchem Anbieter wird die Gemeinde dann zusammenarbeiten?

Das ist ebenfalls noch nicht entschieden. Es werde eine Ausschreibung für die technischen Installationen geben, so Tönning. Zum Beispiel gebe es aber auch hier in der Gemeinde im Digitalcampus ein Unternehmen, das sich auf eine solche Technik spezialisiert habe, so Tönning weiter. Wer es am Ende macht, wird im Ausschreibungsverfahren ermittelt.

? Mit welcher Technik arbeitet das System?

Schon 2019 hat die Gemeinde politisch beschlossen, dass Nordkirchen ein sogenanntes „Long Range Wide Area Network“ oder Lorawan bekommen soll. Dieses Netzwerk ermöglicht das Internet der Dinge. Es macht - einfach ausgedrückt - Dinge intelligent, die es sonst nicht sind und vernetzt sie. Durch Sensoren kann so beispielsweise der Füllstand von Mülltonnen an den Entsorger gemeldet werden, sodass Abfall erst dann abgeholt wird, wenn es wirklich notwendig ist. Das ist ein Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten des Lorawan, die Parkraumüberwachung ist ein zweites.

? Wer überwacht dann, was die Sensoren melden: ein Unternehmen oder die Gemeinde?

Das wolle die Gemeinde selbst tun, sagt Bernd Tönning. Das wäre eine andere Lösung als in Olfen, wo der Dienstleister „Safe Place“ aus Düsseldorf die Überwachung übernimmt.

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Der Gemeinde Nordkirchen geht es bei den Sensoren nicht nur darum, Langzeitparker zu identifizieren und zur Kasse zu bitten, wie der Kämmerer erklärt. Es gehe auch darum, die Daten über das Parkverhalten zu erfassen und nutzbar zu machen. Dazu biete sich zum Beispiel eine App an, die live anzeigen könnte, wo Parkplätze frei sind. Das wäre für Nordkirchener, aber auch für Touristen ein Service, der das Parken im Ortskern vereinfachen könnte, so Tönning.

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