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Moderne und günstige Versorgung

OLFEN Die Stadt Olfen und acht weitere Kommunen im Kreis Coesfeld wollen wichtige Infrastrukturaufgaben in die eigene Hand nehmen und dazu gemeinsame Stadtwerke gründen. Matthias Münch sprach darüber mit Josef Himmelmann, einem der vier Bürgermeister, die von allen neun Kollegen mit den Vorbereitungen beauftragt wurden.

29.11.2007

Herr Himmelmann, was versprechen Sie sich von solchen gemeinsamen Stadtwerken? Himmelmann: Eine moderne und günstige Versorgung der ländlichen Bevölkerung. Derzeit sind wir von den großen Konzernen fremdgesteuert. Das können wir ändern, wenn die Entscheidungen in unserer Region fallen.

Ein Beispiel bitte. Himmelmann: Denken Sie an die Internet-Versorgung. Die ist zwar in Olfen schon sehr schnell. Aber für jemanden, der von Dortmund zu uns zieht und online fernsehen möchte, reicht es noch nicht. Oder eine Firma braucht eine Breitbandverkabelung, die es hier noch nicht gibt. Solche Entscheidungen fallen bei der Telekom in Bonn allein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die Interessen des ländlichen Raums spielen da keine Rolle.

Beginnen wollen Sie mit der Stromversorgung. Warum gerade damit? Himmelmann: Weil die Konzessionsverträge ziemlich zeitgleich in allen Kommunen auslaufen, in Olfen zum Beispiel 2009. Da können wir gemeinsam über den Ankauf der Netze verhandeln. Auf dem Energiesektor ist jede Gemeinde im Kreis auf deutsch gesagt ein Kaff, doch zusammen sind wir eine gewichtige Kraft. Was uns fehlt, ist das Know How. Deshalb brauchen wir einen strategischen Partner. Das könnten die Stadtwerke Lengerich sein.

Glauben Sie, dass Sie die Energieversorgung für die Bevölkerung billiger machen können? Himmelmann: Nicht unbedingt sofort. Denn zunächst müssen wir kräftig in die Übernahme der Netze investieren. Da brauchen wir einen langen Atem. Die Energiekonzerne investieren Teile ihrer Gewinne in Übersee und müssen auf ihre Aktienkurse achten. Bei uns bleiben die Gewinne vor Ort.

Sollen solche Gewinne ausschließlich den Kunden zu Gute kommen oder auch den Haushalten der beteiligten Städte und Gemeinden? Himmelmann: Es ist nicht unser Motiv, damit die Stadtsäckel zu füllen.

Wie geht es jetzt weiter? Himmelmann: Bei uns in Olfen fällt der Rat im Dezember zunächst nur die Grundsatzentscheidung. Dasselbe geschieht auch in anderen Kommunen. Dann müssen die Bürgermeister konkrete Verträge aushandeln. Erst dann sehen wir, ob es sich rechnet und ob wir wirklich investieren.

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