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Junge Asiatinnen versinken in europäischer Klassik

OLFEN Der "alte Bechstein" und vier junge Musikstudentinnen aus Japan und Korea. Uralt und fast perfekt, einzig der Schalldämpfer gab unangenehme Geräusche von sich, traf auf junge, ehrgeizige und hoffnungsvolle Talente.

von Von Antje Pflips

, 04.11.2007
Junge Asiatinnen versinken in europäischer Klassik

Vier Musikstudentinnen aus Japan und Korea gestalteten die Matinee auf Schloss Sandfort.

Durch die Vermittlung von Friedrich Graf vom Hagen-Plettenberg und dessen Sohn erhielten Haruna Fuwa, Risa Adachi, Naoko Aita (alle aus Japan) und Jee-Hye Lim (Korea) die Möglichkeit, vor einem kunstinteressierten Publikum zu spielen. Zusammen mit dem Kunst- und Kulturverein fand so am 1. November eine Matinee im Schloss statt, die alle Erwartungen übertraf. "Ich bin sprachlos", gestand Franz Frye, erster Vorsitzender des KuK, der sehr vom Können der vier Studentinnen beeindruckt war.

Bemerkenswerte Ausdruckskraft

"Was kommt wohl dabei heraus, wenn sie einmal fertig sind?" Haruna Fuwa versank völlig in der Musik von Beethoven (Sonate As-Dur, op. 110). Mit ihrer wechselnden Körperhaltung und Mimik betonte sie die besondere Ausdruckskraft des gespielten Werkes. Welch ein Kontrast dazu der Vortrag von Risa Adachi. Leicht, verträumt und zart schwang die Melodie des Werks "Pagodes" von Claude Debussy durch den Saal. "La soirée dans Grenade" wurde durch typisch spanische Klangfolgen charakterisiert und "Jardins sous la pluie" malte den Regen vor das innere Augen. Gefühlvoll brachte Naoko Aita Drei Intermezzi op. 117 von Johannes Brahms vor. Mit flinken Fingern flog Jee-Hye Lim über die Tasten. Ihr Vortrag von Franz Liszt (Venezia e Napoli Tarantella) bildete den krönenden Abschluss dieser Matinee.

Historischer Bechsteinflügel

Immer wieder mussten sich die vier Pianistinnen vor dem faszinierten Publikum verbeugen, denn der Applaus wollte nicht enden. Die drei Japanerinnen studieren seit mehr als zwei Jahren in Münster, Jee-Hye Lim aus Korea seit einem Jahr in Dortmund, nachdem sie schon in ihren Heimatländern erfolgreich ein Musikstudium beendet hatten. Ihre Klasse bewiesen die vier Japanerinnen indes auch, da sie erst kurz vor Beginn der Matinee auf dem Schloss eintrafen und, ohne einmal auf dem Bechsteinflügel zu spielen, eine großartige Leistung abgaben. Die Wartezeit überbrückte Friedrich Graf vom Hagen-Plettenberg kurzweilig und humorvoll mit Informationen zum Schloss und zum historischen Bechsteinflügel.

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