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Die Idee hinter der Musik

OLFEN "Komposition ist geronnene Improvisation." Dieses Zitat des Wiener Komponisten Arnold Schönberg reklamierte Günther Wiesemann in der Wolfhelm-Gesamtschule auch für seine Arbeit. Der Komponist und Musiker trat vor Schülern der Stufe 11 auf.

von Von Matthias Münch

, 19.11.2007
Die Idee hinter der Musik

Komponist und Musiker Günther Wiesemann.

Der Titel seines Kammerkonzertes lautete "Tasten, Schlegel, Stimme". Moderne Entwicklungen wie Zwölftontechnik, Klangfarbenkomposition oder freitonale Musik lassen sich zwar theoretisch im Unterricht behandeln oder auch von CD vorspielen. Aber etwas live zu erleben, ist eine ganz andere Sache.

Zeitgenössische Komposition

So hatte Musiklehrer Werner Bauer den Künstler eingeladen, um seinen Schülern die unmittelbare Begegnung mit zeitgenössischen Kompositionen zu ermöglichen. "Die Jugendlichen bekommen einen besseren Zugang zu dieser modernen Musik, wenn sie die Idee kennen, die dahinter steckt und sogar noch mit dem Komponisten darüber reden können."

Genau dafür stellte sich Günther Wiesemann zur Verfügung. Er spielte eigene Werke am Piano oder mit Schlaginstrumenten. In der Komposition "Nachgefragt" für Klavier und Sprecher trug er ein selbst geschriebenes und vertontes Gedicht über ein Interview mit einem ehemaligen KZ-Aufseher vor. So dramatisch wie in diesem anspruchsvollen Stück ging es längst nicht in allen zu.

Keine schwere Kost

Vor allem mit seinen verschiedenen Percussions-Instrumenten zeigte der Künstler, dass moderne Komposition zwar anders als gängige Tonfolgen klingt, aber längst nicht immer schwere Kost sein muss. Neben getragenen Stücken standen auch ganz lebendige, beschwingte oder schwebende Klangerlebnisse, die Wiesemann mit Gong oder Trommel, Xylophon oder Triangel ins Schulforum zauberte. Die Stücke trugen deutsche, englische und italienische Namen: "Fünf Ortungen" oder "under certain circumstances" für Klavier oder "non solamente sgambato, non solamente sfrenato" für Schlaginstrumente. Wer hinter diesem italienischen Titel (frei übersetzt: "nicht nur träge, sondern auch wild") reine Improvisation vermutete, sah sich getäuscht: "Es ist eine strenge Komposition. Nur am Ende habe ich 15 Sekunden für Improvisation frei gelassen", erklärte Wiesemann. Vorgegeben hat er sogar, wie sich der Musiker zum Beispiel mit dem Gong durch den Raum bewegen soll.

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