NRW: Werden bald Strafen für Quarantäne-Brecher bis zu 25.000 Euro fällig?

Coronavirus

Ministerpräsident Laschet will Reiserückkehrer aus Risikogebieten für Corona-Tests künftig zur Kasse bitten. Zugleich mahnt der CDU-Politiker konsequente Strafen für Quarantäne-Brecher an.

Düsseldorf

22.08.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ministerpräsident Laschet: „Wer sich nicht an eine verhängte Quarantäne hält, gefährdet absichtlich die Gesundheit anderer."

Ministerpräsident Laschet: „Wer sich nicht an eine verhängte Quarantäne hält, gefährdet absichtlich die Gesundheit anderer." © picture alliance/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will Reiserückkehrer aus Risikogebieten für Corona-Tests zur Kasse bitten. Solche Tests sollten „mittelfristig ähnlich wie Flughafengebühren auf den Reisepreis aufgeschlagen werden“, sagte Laschet den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).

Konsequente Strafen für Quarantäne-Brecher

„Es ist nicht akzeptabel, dass dies auf Dauer die Allgemeinheit bezahlt.“ Derzeit gehe es allerdings darum, mit kostenlosen Pflichttests konsequent und schnell zu handeln. „Eine Dauerlösung ist das nicht.“ Zuvor hatte bereits das NRW-Gesundheitsministerium von Reisenden aus Corona-Risikogebieten eine Beteiligung an den Kosten der Tests gefordert.

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Laschet mahnte zudem konsequente Strafen für Quarantäne-Brecher an. „Wer sich nicht an eine verhängte Quarantäne hält, gefährdet absichtlich die Gesundheit anderer. Diesen Regelbruch werden wir konsequenter ahnden“, sagte der Regierungschef. Sanktionen bis zu 25.000 Euro seien möglich.

Keine baldige Rückkehr der Fans in Fußballstadien?

Skeptisch zeigte sich der Ministerpräsident beim Thema Bundesliga: Er glaubt demnach nicht an eine baldige Rückkehr der Fans in die Fußballstadien. „Es gibt ein sehr verantwortungsvolles Schutzkonzept der Deutschen Fußball Liga“, sagte Laschet den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Auf dieser Grundlage gab es tatsächlich die Hoffnung, dass wir bald wieder Stadionbesuche zulassen können. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens scheint das derzeit aber schwierig.“

Laschet verwies auf die wohl in der kommenden Woche stattfindende Konferenz mit seinen Amtskollegen für eine „zeitnahe“ Absprache - „wobei man aktuell hier wenig Hoffnung auf große Veranstaltungen machen sollte“. Die DFL hatte ein Konzept für die Rückkehr der Fans erarbeitet, das die Clubs in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden umsetzen sollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Lockerungen der Corona-Auflagen für den Fußball allerdings erst am Montag ausgeschlossen. Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich zuvor darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für die Fans bis mindestens zum 31. Oktober nicht zu befürworten sei. Die Saison 2020/21 im Profifußball beginnt mit der ersten Runde im DFB-Pokal am zweiten September-Wochenende.

dpa

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