NRW vergibt fünf Staatspreise für Kunsthandwerk

Ausstellung in Dortmund

Eine Halskette aus Furnierholz, die mächtiger ist als die Amtskette eines Oberbürgemeisters, ein Tisch mit Durchblick oder Fotodruck auf Sand und Erde. – All das war den Juroren einen Manufactum-Staatspreis für herausragende Handwerkskunst wert.

DORTMUND

von Julia Gaß

, 06.09.2017, 18:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
NRW vergibt fünf Staatspreise für Kunsthandwerk

Für diese Porträts auf Sand und Tontafeln bekommt Ira Marom den Staatspreis in der Kategorie Medien. Foto: Grünwald © Manfred Grünwald dwb

Zum 28. Mal wird seit 1961 am Sonntag in einer Feierstunde für geladene Gäste der NRW-Staatspreis vergeben. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart überreicht die Preise im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK).

Bis zum 5. November (also auch bei der Dortmunder Museumsnacht am 23. September) sind dort auf tausend Quadratmetern Ausstellungsfläche alle 136 Arbeiten zu sehen, die eine Jury aus 442 Bewerbungen ausgewählt hat. Zum zweiten Mal nach 2013 ist der Staatspreis in Dortmund zu Gast. Alternierend mit dem Museum für angewandte Kunst in Köln soll er nun dort alle vier Jahre vergeben werden.

Vergängliche Kunst auf Sand und Erde

In den fünf Themenbereichen Schmuck, Wohnen, Medien, Möbel und Skulptur werden fünf Künstler mit je 10000 Euro ausgezeichnet. Im Bereich Kleidung wurde der Preis nicht vergeben, aber die Bewerbungen sind im MKK zu sehen. Ulrike Becker bekommt den Preis für einen filigranen Tisch (Möbel), Alessa Joosten für die Holzkette (Schmuck), Konrad Koppold für Gefäße aus Eichenholz (Wohnen) und Barbara Hattrup für ein Wandobjekt aus Rindenbast (Skulptur).

Zu den spannendsten Arbeiten gehören die Fotodrucke von Ira Marom auf Sand und Erde. Bilder von Flüchtlingen hat der Staatspreisträger mit israelischen Wurzeln auf Sand oder Ton drucken lassen. – Flüchtige, eindrucksvolle und vergängliche Kunst.


Museum für Kunst und Kulturgeschichte: Manufactum Staatspreis, 10.9. bis 5.11., Hansastraße 3 in Dortmund, Mo-So 12-17 Uhr, Katalog: 12 Euro.