Notkrankenhaus für Corona-Patienten: Kreis Coesfeld bittet Freiwillige um Unterstützung

Corona-Pandemie

Die Zahl der Coronafälle im Kreis Coesfeld steigt und steigt. Der Kreis Coesfeld plant deshalb kurzfristig den Aufbau eines Notkrankenhauses. Ein Aspekt hat dabei Priorität.

Nordkirchen, Olfen, Selm

, 24.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das St.-Marien-Hosptial in Lüdinghausen hat etwa die der Intensivbetten in den vergangenen Tagen deutlich erhöht. Der Kreis Coesfeld sieht jedoch weiteren Bedarf.

Das St.-Marien-Hosptial in Lüdinghausen hat etwa die der Intensivbetten in den vergangenen Tagen deutlich erhöht. Der Kreis Coesfeld sieht jedoch weiteren Bedarf. © Foto: Marienhospital

Die Krankenhäuser im Kreis Coesfeld haben in den vergangenen Tagen und Wochen aufgerüstet. Das auch für Nordkirchen und Olfen zuständige St. Marien-Hospital in Lüdinghausen hat etwa die Zahl der Intensivbetten von acht auf 14 nahezu verdoppelt.

Zudem sei die Zahl der Beatmungsplätze von drei auf acht gesteigert worden. Personal sei gezielt nachgeschult worden, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. All das werde allerdings nicht ausreichen, wenn für dringende Notfälle benötigte Betten blockiert seien, sagte erst am vergangenen Freitag der ärztliche Direktor Dr. Jörg Siebert.

Standort des Notkrankenhauses noch nicht final geklärt

Der Kreis Coesfeld will deshalb jetzt ein Notkrankenhaus aufbauen. Noch sind zentrale Fragen wie der Standort nicht final geklärt. „Es soll möglichst in Coesfeld entstehen“, sagte am Dienstagnachmittag auf Nachfrage eine Sprecherin des Kreises.

In der ersten Ausbaustufe soll die Einrichtung voraussichtlich 50 Menschen aufnehmen können. Allerdings werde das Notkrankenhaus so geplant, dass die Kapazität weiter ausgebaut werden kann.

Wann die Einrichtung den Betrieb aufnehmen soll, kann der Kreis noch nicht sagen. „Wir reden aber nicht über Woche“, sagte die Kreissprecherin.

Landrat bittet Freiwillige um Unterstützung

Eindringlich warb sie um Kräfte für die neue Einrichtung. „Es werden dringend Menschen mit pflegerischen und medizinischen Vorkenntnissen gesucht.“ Freiwillige mit medizinischen Kenntnissen und Qualifikationen, aber auch Studierende des Faches Medizin oder ehemalige Zivildienstleistende können eine wertvolle Unterstützung geben.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr wendet sich daher mit einem besonderen Appell an die Bevölkerung des Kreises Coesfeld: „Bitte überlegen Sie, wie Sie die Behörden und Institutionen mit persönlichem Einsatz und ihren Fachkenntnissen unterstützen können. Für Ihre Bereitschaft, sich einbringen zu wollen, danke ich Ihnen schon im Voraus sehr herzlich!“

Helfer füllen ein Online-Formular aus

Interessierte können sich unter der Adresse www.kreis-coesfeld.de/corona-helfer-meldung melden. Dort findet sich eine Eingabemaske, in die persönliche Angaben eingetragen werden können. In dem Online-Formular werden insbesondere medizinische Kenntnisse und Qualifikationen abgefragt, die in der Vergangenheit erworben wurden.

Auf den Eintrag hin erfolgt keine direkte Rückmeldung des Kreises. In den Fällen, wo eine Verwendung möglich ist, meldet sich der Kreis Coesfeld dann bei den registrierten Helferinnen und Helfern zurück. „Anrufe in der Kreisverwaltung in dieser Sache sind nicht sinnvoll“, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung.

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