„Notfalls kette ich mich an“: Pächter der Do-Bo Villa will seinen Club nicht aufgeben

dzHoeschpark

Marcus Schmälter muss eigentlich Ende des Jahres die Do-Bo-Villa räumen. Die Event-Gastronomie im Hoeschpark soll Dusch- und Umkleideräumen weichen. Er will das verhindern.

von Alexandra Wachelau

Nordstadt

, 03.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte Marcus Schmälter am Freitag, 2. 8., demonstrieren. Angesichts des strömenden Regens ist er nicht traurig, dass er die Demo aber vorher abgesagt hatte: „Die Polizei hat mich gefragt, ob ich eine Woche später demonstrieren könnte, weil die dieses Wochenende so viel zu tun haben“, sagt er. Schmälter sieht es gelassen. Er scheint alle Zeit der Welt zu haben.

Eigentlich muss der Clubbesitzer Ende des Jahres ausziehen

Dabei sehen die Dinge gar nicht so gut für den Betreiber der Do-Bo-Villa im Hoeschpark aus: Ende dieses Jahres wird sein Club in der Do-Bo-Villa, den er sich innerhalb von vier Jahren aufgebaut hat, vielleicht schon abgerissen sein. Zwar habe er inzwischen den neuen Pachtvertrag für die Villa unterschrieben. Allerdings sei in diesem Vertrag eine Voraussetzung festgelegt: Jederzeit könne die Villa geräumt werden. Einen Schlüssel hat er bereits an die Stadt Dortmund abgegeben.

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Die Verpächter der Villa sind die städtischen Sport- und Freizeitbetriebe. Bis zum Ende des Jahres gilt der Vertrag. Das ist auch der Zeitraum, in dem die Erneuerungen im Hoeschpark starten sollen. Die Sportvereine bekommen neue Duschen in der Villa, auch neue Umkleideräume des Footballvereins „Giants“ sollen in der jetzigen Disco entstehen.

„Notfalls kette ich mich an“: Pächter der Do-Bo Villa will seinen Club nicht aufgeben

Auch im Hinterhof seines Clubs hat es Marcus Schmälter gemütlich eingerichtet.

Mit Marcus Schmälters Club wäre es dann vorbei. Er findet diese Pläne der Stadt alles andere als sinnvoll: „Es gibt links und rechts von der Villa zwei Duschräume“, sagt er. „Auch im Tennisheim sind Duschen.“ Er habe mit dem Hausmeister gesprochen: Nur in der Hochsaison seien die Duschen überhaupt richtig voll.

Der Pächter möchte nichts unversucht lassen

Seit Anfang 2018 stehen diese Pläne für den Hoeschpark. Am Anfang haben Schmälter und seine Kooperationspartner, Borsig 11 und der Freundeskreis, Kompromissvorschläge an die Stadt geschickt. Im April hat er es mit einem offenen Brief an die Stadt versucht. Alles ohne Erfolg.

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Nervös wird er deswegen nicht. „Notfalls kette ich mich an“, sagt er. Nicht ganz im Scherz, dazu ist er viel zu entschlossen. Bis es so weit kommt, hat er allerdings noch einige Ideen, wie er den Umbau verhindern kann.

Beispielsweise gebe es momentan die Idee, die Awo-Behindertenwerkstatt, in der er seit 17 Jahren tätig ist, in den Räumlichkeiten der Villa arbeiten zu lassen. Seit September vorigen Jahres bietet er zudem eine Inklusions-Disco in seinem Club an. Jeden Freitag lädt er Menschen mit und ohne Behinderung in die Villa ein.

„Notfalls kette ich mich an“: Pächter der Do-Bo Villa will seinen Club nicht aufgeben

Einige Besucher der Inklusions-Disco. Seit September vergangenen Jahres öffnet Schmälter die Villa für Menschen mit und ohne Behinderungen. Die meisten Besucher kommen aus Awo-Werkstätten.

Laut Birgit Plank, Mitarbeiterin der Awo, kommt das sehr gut an. „Das gibt den Leuten aus unseren Werkstätten wirklich viel“, sagt sie. Neben der Do-Bo-Villa bieten nur noch die Lebenshilfe und die TU Dortmund Inklusionsfeiern an. Plank fände es schade, wenn es die Villa nicht mehr geben sollte: „Ich war hier auch schon privat feiern, es ist wirklich eine gute Sache“, sagt sie.

Wenn es nun am nächsten Freitag, 9.8., zur Demonstration kommt, dann möchte sie auch mit dabei sein. Auch Vertreter von Borsig 11 und dem Freundeskreis, so Marcus Schmälter, sind dann vor Ort. Danach möchte er auch ein Bürgerbegehren starten.

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