Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: Nordkirchen und Olfen fordern Übernahme von Kosten

dzKreis-Coesfeld-Kommunen

Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner wollen die Kreis-Coesfeld-Kommunen jetzt stärker zusammenarbeiten. Nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell wird die Raupe zum Problem.

Nordkirchen

, 05.11.2019, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kommunen im Kreis Coesfeld wollen sich beim Thema Eichenprozessionsspinner zusammentun. Das ist ein Ergebnis der vergangenen Bürgermeisterkonferenz, die am Montag (5. November) in Nordkirchen stattfand.

Außerdem fordern die elf Städte und Gemeinden finanzielle Unterstützung vom Land bei der Bekämpfung der Raupen, die im vergangenen Jahr in den Kommunen fünfstellige Kosten verursacht haben.

Fünfstellige Beträge für Bekämpfung ausgegeben

So seien es in Nordkirchen über 15.000 Euro gewesen, die die Gemeinde unter anderem vorbeugend und für die Entfernung der Nester im Sommer ausgeben musste, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt. In dieser Summe inbegriffen sei zum Beispiel auch ein spezieller Sauger, mit dem die Bauhof-Mitarbeiter auch selbst Nester aus den Bäumen entfernen können.

In Lüdinghausen hätten die Gesamtkosten sogar bei rund 50.000 Euro gelegen, so der Lüdinghauser Verwaltungschef und Bürgermeistersprecher Richard Borgmann.

Das Problem: Bislang fühlt sich keines der Landesministerien für die Eichenprozessionsspinner-Problematik verantwortlich, wie Borgmann berichtete. So hätten die Kreis-Kommunen sowohl mit dem Landesumweltministerium als auch mit dem Gesundheitsministerium des Landes NRW Kontakt aufgenommen.

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Die Kommunen im Kreis wollen bei der Raupenplage allerdings nicht locker lassen: „Das Thema wird sich uns auch im nächsten Jahr massiv stellen“, so der Bürgermeistersprecher. Und fest stehe auch: „Die Kommunen können das nicht alleine stemmen“, fügt Borgmann hinzu.

Bislang haben die Städte und Gemeinden im Kreis jeweils ihre eigenen Experimente gemacht, wenn es darum ging, die Raupen schon vorbeugend zu bekämpfen. An einigen Spielplätzen und in der Nähe von Kitas und Schulen hat die Gemeinde Nordkirchen im vergangenen Jahr beispielsweise vorbeugend mit Pestiziden gearbeitet.

Keine Chemiekeule im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

Bauamtsleiter Josef Klaas kündigte jedoch bereits an, dass die Gemeinde auf keinen Fall großflächig Chemie gegen die Tierchen einsetzen werde. Stattdessen setzt Nordkirchen aktuell auf die Hilfe der Natur. Nistkästen für Singvögel an Eichen sollen natürliche Fressfeinde anlocken und dabei helfen, die Ausbreitung der Raupen einzudämmen. Einige Kästen seien bereits aufgehängt worden, einige kommen noch hinzu, unter anderem entlang der Straße zum Friedhof Südkirchen.

Ob diese Methode tatsächlich erfolgreich ist, ist noch unklar.

Die Kreis-Kommunen wollen ihre Erfahrungswerte in Sachen Eichenprozessionsspinner jetzt zusammentragen und nach gemeinsamen Lösungen suchen. Als nächstes sollen sich dazu die jeweiligen Experten aus den Rathäusern treffen.

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