Nach Moria-Film: Joko Winterscheidt veröffentlicht Hassnachricht

Fernsehen

Nach ihrem 15-Minuten-Film über das Flüchtlingslager Moria erhalten die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf nicht nur positive Reaktionen.

23.09.2020, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Entertainer Joko Winterscheidt.

Entertainer Joko Winterscheidt. © picture alliance/dpa

Für ihren aufrüttelnden 15-Minuten-Film über das griechische Flüchtlingslager Moria haben die Entertainer Joko Winterscheidt (41) und Klaas Heufer-Umlauf (36) viel Lob und Zuspruch bekommen, die Sendung wurde millionenfach bei der Ausstrahlung auf Pro7 und später in sozialen Medien angeschaut. Doch es gibt auch ganz andere, hasserfüllte Reaktionen, wie Winterscheidt jetzt bei Instagram öffentlich macht.

In seiner Instagram-Story veröffentlichte der Entertainer eine E-Mail, die offensichtlich von einem Restaurantbetreiber an das Weinunternehmen III Freunde gerichtet ist – das hat Winterscheidt zusammen mit dem Schauspieler Matthias Schweighöfer und der Winzerin Juliane Eller gegründet. In dem Nachrichtentext heißt es: „Läuft der Laden noch? Joko und Ripke (Paul Ripke, mit dem Winterscheidt einen Podcast produziert, Anmerkung der Redaktion), diese linken Bazillen, sind doch für diese Flüchtlingsscheiße. Habt ihr auch schon ein paar bei euch aufgenommen? Ihr habt doch Platz. Dann kann Oma für die Brandstifter kochen. Pfui.“ Die Nachricht endet mit den Worten: „Nie wieder wird in meinem Lokal Wein von euch ausgeschenkt.“

Joko Winterscheidt: „Es ist an der Zeit, dass auch Unternehmen klare Position beziehen“

Zu dem Screenshot der Nachricht schreibt Joko Winterscheidt: „Es ist an der Zeit, dass auch Unternehmen klare Position beziehen. Wir wollen keine Menschen als Kunden, die nicht unsere Werte teilen“, gefolgt von dem Hashtag #LeaveNoOneBehind.

Auch auf dem Instagram-Kanal von III Freunde wurde die Hassnachricht veröffentlicht, versehen mit dem Kommentar: „Hätten wir gewusst, dass sie so denken; wir hätten erst gar nicht an sie geliefert. An alle anderen, die so denken: Kauft unseren Wein nicht!“

Joko und Klaas ließen Milad aus Moria berichten

Die 15-Minuten-Doku „A Short Story of Moria“ vom vergangenen Mittwoch zeigt die Realität des Flüchtlingslagers in Moria schonungslos und mit erschütternden Bildern. Neben dem Video-Call mit dem 21-jährigen Afghanen Milad Ebrahimi sind ein Tränengaseinsatz der griechischen Polizei und weinende und schreiende Kinder zu sehen. Es sei am Rande des Erträglichen, dies zu sehen, sagten Joko und Klaas zu Beginn der Sendung. Sie warnten davor, den Film zusammen mit Kindern anzusehen. „Der nun folgende Film zeigt die körperliche und emotionale Gewalt an den Außengrenzen Europas“, wurde eingeblendet.

Winterscheidt und Heufer-Umlauf behandeln in ihrer Sendung „Joko & Klaas Live“ immer wieder gesellschaftlich relevante Themen. So warfen sie einmal mit der fiktiven Ausstellung „Männerwelten“ ein Schlaglicht auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen oder veranstalteten zuletzt eine Art Verschwörungsquiz im Stile einer Call-in-Show.

RND/seb, mit dpa und epd