Nach IT-Ausfall: Computersystem an Uni-Klinik weiter eingeschränkt

Krankenhaus

Kein Telefonate mehr, keine Computerfunktionen - an einem der größten Medizinzentren in NRW sorgt ein Ausfall des IT-Systems für große Einschränkungen. Davon sind auch Patienten betroffen.

Düsseldorf

10.09.2020, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der Universitätsklinik in Düsseldorf ist das Computer- und Informationssystem ausgefallen.

An der Universitätsklinik in Düsseldorf ist das Computer- und Informationssystem ausgefallen. © picture alliance / dpa

Durch einen weitreichenden Ausfall des IT-Systems am Universitätsklinikum Düsseldorf bestehen am zweiten Tag in Folge starke Einschränkungen in einem der großen medizinischen Zentren von Nordrhein-Westfalen. „Wir sind von der Notfallversorgung abgemeldet“, sagte ein Sprecher am Freitagvormittag der dpa. Damit würden Rettungswagen das Uniklinikum weiterhin nicht anfahren, sondern andere Krankenhäuser ansteuern. Die Notfallaufnahme selbst sei aber besetzt. „Wer kommt, wird behandelt“, erklärte er.

Unterdessen laufen die Ermittlungen von Spezialisten für Cybercrime. Die Telefonanlage habe man am Donnerstag wieder ans Netz nehmen können, sowohl externe als auch interne Anrufe seien wieder möglich. „Wir sind wieder erreichbar“, erklärte der Sprecher der Einrichtung. Allerdings habe der E-Mail-Verkehr zunächst noch nicht funktioniert.

Patienten sollen nicht kommen

Planbare und ambulante Behandlungen finden bis auf weiteres nicht statt und werden verschoben, heißt es in einer Warnung auf der Internetseite von Donnerstagabend, die auch am Freitag eingeblendet wurde. Patienten würden daher gebeten, das Universitätsklinikum nicht aufzusuchen - auch dann nicht, wenn ein Termin vereinbart worden sei.

Am Donnerstag war um 3 Uhr nachts im Universitätsklinikum Düsseldorf das Computer- und Informationssystem weitgehend ausgefallen. Das hat auch Spezialisten für Cybercrime auf den Plan gerufen. „Wir sind noch in einem frühen Verfahrensstadium“, sagte am Freitag ein Sprecher der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentralstelle für Cybercrime der dpa zu den laufenden Ermittlungen. Geprüft werde, ob strafrechtlich relevantes Verhalten vorliege.

Auch andere Kliniken von Angriffen betroffen

Es gebe Anhaltspunkte, die darauf hindeuteten, wiederholte der Sprecher seine Auskunft vom Vortag. Im Austausch mit den Betroffenen werde unter anderem auch geprüft, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen erforderlich seien.

In Nordrhein-Westfalen waren das Lukaskrankenhaus im benachbarten Neuss und das Forschungszentrum Jülich sowie mehrere Unternehmen in der Vergangenheit Ziele von Hackerangriffen. Am Universitätsklinikum Düsseldorf werden jährlich mehr als 50 000 Patienten nach Angaben der Einrichtung stationär versorgt. Zudem würden etwa 300 000 Patienten im Jahr ambulant behandelt, heißt es auf der Internetseite.

dpa

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