Nach Corona-Infektion der Mutter: Virus mutiert erstmalig in Neugeborenem

Coronavirus

Eine schwangere Frau mit dem Verdacht auf eine Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Mutter und Kind tragen das Virus in sich. Nach der Geburt stellen Mediziner eine Mutation beim Baby fest.

Hannover

03.03.2021, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fünf Tage nach der Geburt stellen Mediziner in Schweden eine Corona-Mutation bei einem Baby fest.

Fünf Tage nach der Geburt stellen Mediziner in Schweden eine Corona-Mutation bei einem Baby fest. © picture alliance/dpa

Einem Bericht des Wissenschaftsportals „Science Alert“ nach ist das Coronavirus in Schweden erstmalig in einem Neugeborenen mutiert – und das fünf Tage nach der Geburt. Weil das Kind laut der Wissenschaftler bereits im Unterleib an Covid-19 erkrankt war, trug es das Virus bereits in sich, als es zur Welt kam. Eine dazugehörige Studie veröffentlichten sie im „British Journal of Obstetrics and Gynecology“.

Demnach wurde die schwangere Frau mit Verdacht auf eine Corona-Infektion mit einem Krankenwagen in ein Universitätskrankenhaus in Malmö gebracht. Dort litt sie plötzlich unter starken Bauchschmerzen. Die Ärzte stellten eine ungewöhnlich niedrige Herzfrequenz des ungeborenen Kindes fest: ein Hinweis auf zu wenig Sauerstoff. Die Folge war ein Notkaiserschnitt. Nach der Geburt zeigten Halsabstriche schließlich, dass sowohl die Mutter als auch das Baby mit dem Coronavirus infiziert waren. „Wir stellten fest, dass das virale Genom identisch war“, erklären die Wissenschaftler bei „Science Alert“.

Fünf Tage nach der Geburt: Baby mit Corona-Mutation infiziert

Das sollte nicht so bleiben: Fünf Tage nach der Geburt des Kindes zeigte eine erneute genetische Sequenzierung, dass sich die Viruspopulation des Neugeborenen verändert hatte. Neben der ursprünglichen Covid-19-Erkrankung der Mutter trug der Säugling auch eine mutierte Version des Virus in sich. „Nach unserem besten Wissen ist das der erste Fall einer genetischen Veränderung des Coronavirus in der einzigartigen Umgebung von Mutter zu Fötus vor der Geburt“, heißt es in der Studie. Die Abwandlungen seien möglicherweise dadurch stimuliert worden, dass das Baby außerhalb des Mutterleibs mit der äußeren Umgebung in Kontakt kam.

Weiter liefern die Untersuchungen Erkenntnisse über die Schwangerschaft mit einer Covid-19-Erkrankung: Die Hälfte der Plazenta war demnach beschädigt. „Es gab eine weit verbreitete Entzündung, und wir fanden Coronavirus-Proteine sowohl auf der Mutter- als auch auf der Fötusseite“, so die Forscher. Das gelte ebenso für alle Bereiche, die durch Entzündungen geschädigt wurden.

Das Neugeborene entwickelte Antikörper gegen das Virus – und zeigte bislang keinerlei Symptome. Es benötigte lediglich wegen der frühen Geburt eine spezielle Versorgung. Die Mutter wiederum erholte sich schnell von ihrer Infektion. Sie wurde vier Tage nach der Entbindung aus dem Krankenhaus entlassen.

RND

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