Mitarbeiter in Schlachthöfen im Kreis Borken werden wieder getestet

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Der Kreis Borken veranlasst erneute Coronavirus-Tests der Beschäftigten der fleischverarbeitenden Betriebe im Kreisgebiet. Dazu zählt der Schlachthof in Legden, der zur Tönnies-Gruppe gehört.

Legden Kreis

, 18.06.2020, 15:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lage im Kreis Gütersloh ist dramatisch: Mehr als 650 Mitarbeiter der Tönnies-Gruppe haben sich am Hauptstandort mit dem Coronavirus infiziert. Das hat auch den Kreis Borken alarmiert. Er veranlasste am Donnerstag eine erneute Coronavirus-Beprobung der Beschäftigten der fleischverarbeitenden Betriebe im Kreisgebiet. Landrat Dr. Kai Zwicker betonte am Donnerstag (18. Juni): „Die Großtestung erfolgt schon ab morgen, da der Gesundheitsschutz der Bevölkerung absoluten Vorrang hat!“

Ein Schlachthof der Tönnies-Gruppe ist in Legden. „Aktuell gibt es am Standort Legden keine uns bekannten Infektionen“, sagt Michael Eicher, Pressesprecher der Unternehmensgruppe Tönnies auf Anfrage unserer Redaktion. Hier werden am Montag, 22. Juni, wieder alle Beschäftigten getestet. Eicher: „Der Betrieb in Legden kann aktuell ohne Einschränkungen produzieren.“

Hintergrund der Aktion ist das aktuelle Infektionsgeschehen im Kreis Gütersloh. Kai Zwicker sagt zum Zeitplan: „Bereits morgen (Freitag/19. Juni) wird die Großtestung starten: vormittags bei zwei Unternehmen in Bocholt, nachmittags bei zwei in Schöppingen.“ Am Montag stehen dann zwei Betriebe in Alstätte und der Schlachthof in Legden auf dem Programm. „Wir wollen schnellstmöglich Klarheit haben, denn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung hat absoluten Vorrang“, unterstreicht Dr. Zwicker.

DRK-Kreisverband wird wie im Mai die Testungen übernehmen

Der DRK-Kreisverband unter bewährter Einsatzleitung von Jürgen Rave werde die Testungen durchführen. Testsets in erforderlicher Größenordnung seien bereits geordert, so heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises.

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Bereits in der ersten Maihälfte hatte der Kreis Borken zusammen mit dem DRK die Mitarbeiter dieser Betriebe getestet. Anlass war damals das Infektionsgeschehen in einem Schlachthof von Westfleisch im Kreis Coesfeld. Damals wurden von insgesamt 781 Personen Proben genommen. 34 davon (das waren 4 Prozent der Tests) erwiesen sich dann als positiv. Dabei handelte es sich nahezu ausnahmslos um Mitarbeiter eines einzigen Betriebs. Die ermittelten Infizierten und ihre Kontaktpersonen wurden daraufhin unter 14-tägige häusliche Quarantäne gestellt und erst nach „Freitestung“ wieder daraus entlassen.

„Nach unserer Testaktion erwarten wir kurzfristig die Labor-Ergebnisse und werden dann erforderlichenfalls selbstverständlich sofort wieder Quarantäne-Maßnahmen anordnen“, macht der Landrat deutlich. Er würdigt außerdem, dass DRK, die betroffenen Kommunen und Betriebe sowie das Team des Kreisgesundheitsamtes in enger Kooperation so rasch die Großtestung möglich machen.

In Legden gab es keinen Fall und keine Mängel beim Arbeitsschutz

In Legden waren bei der Testung vor fünf Wochen alle Ergebnisse negativ. Hier arbeiten rund 50 Mitarbeiter in der Produktion. Insgesamt wurden damals rund 80 Menschen getestet. Zeitgleich stand damals auch der Arbeitsschutz auf dem Prüfstand. Mängel wurden damals nicht festgestellt.

Pressesprecher Markus Eicher informiert am Donnerstag zur aktuellen Situation in Legden: „Wir haben auch in Legden ein auf die Pandemie ausgerichtetes, erweitertes Hygiene-Konzept. Wir werden auch unsere Mitarbeiter weiter intensiv auf die besonderen und erweiterten Hygiene-Richtlinien hinweisen, und das Konzept wird permanent weiterentwickelt. Zudem sind wir in permanenter Abstimmung mit den örtlichen Behörden, um alle Maßnahmen zu ergreifen, die mögliche Infektionsrisiken weiter senken.“

  • Der Standort Legden wurde erst 2014 von der Tönnies-Gruppe übernommen und mit Investitionen von drei Millionen Euro auf einen modernen Stand gebracht.
  • Hier werden ausschließlich Rinder geschlachtet, die dann maximal gevierteilt werden, bevor sie weiter transportiert werden.
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