Mit allen Sinnen durchs Erfahrungsfeld

Phänomania

20 Jahre sehen, fühlen, riechen und erleben - das "Phänomania Erfahrungsfeld" in Essen hat anlässlich seines runden Geburtstags die Ausstellung um 30 neue Exponate erweitert. An 120 Stationen können die Besucher nun physikalische Experimente machen und die menschlichen Sinne erleben.

ESSEN

, 09.02.2016, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit allen Sinnen durchs Erfahrungsfeld

Das Fernseh-Fahrrad ist eine beliebte Station: Da können die Besucher ausprobieren, wie viel Kraft es benötigt, um genügend Strom für den Fernseher zu erzeugen.

Der Feuertornado zeigt, wie aus einer kleinen Flamme durch die Zugabe von Sauerstoff ein Feuer entstehen kann. Die Station "Die stehende Welle" macht Schall mithilfe von kleinen Styroporkügelchen sichtbar. "Wir legen die Wäsche in die Waschmaschine und sie kommt sauber wieder raus, oder tippen etwas in den Computer, drücken auf einen Knopf und erhalten unsere Ergebnisse", sagt Phänomania-Geschäftsführer Daniel Jarackas, "warum und wie die Dinge funktionieren, wissen wir meistens gar nicht".

Strampeln fürs Fernsehbild

Das Phänomania-Erfahrungsfeld auf dem Gelände der Zeche Zollverein soll helfen, bekannte Abläufe infrage zu stellen. "Kinder stellen viele Fragen, Erwachsene neigen dazu, alles einfach hinzunehmen", sagt Jarackas. Wie viel Strom es benötigt, um einen Fernseher zum Laufen zu bringen, können die Besucher am Fernseh-Fahrrad testen. Wer nicht fest und lang genug strampelt, für den bleibt der Bildschirm schwarz.

1,5 Millionen Besucher haben die Ausstellung bisher erkundet - jährlich sind es zwischen 70000 und 80000 Besucher. "Wir merken, dass die Schüler sehr hibbelig hier reinkommen", sagt Daniel Jarackas. "Wenn sie aber merken, dass man sich mit den Stationen auseinandersetzen muss, dann kommen sie runter und sind dann sehr konzentriert bei der Sache."

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das Phänomania-Erfahrungsfeld in Essen lässt die Sinne erleben

Riechen, Fühlen, Tasten: Das Phänomania-Erfahrungsfeld in Essen lässt Besucher auf eine Reise durch ihre eigenen Sinne gehen - und das seit 20 Jahren. Zum Jubiläum gibt es nun 30 neue Stationen im Erfahrungsfeld.
08.01.2016
/
Schlagworte Essen

Konzentration verlangt auch die Station "Spiegelschreiber": Die Besucher erleben, welche Schwierigkeiten das Gehirn hat, einfache geometrische Figuren nachzuzeichnen, wenn rechts und links vertauscht sind. Ursprünglich zog das vom deutschen Künstler und Pädagogen Hugo Kükelhaus konzipierte "Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne" als Wanderausstellung durch ganz Europa. 1996 bekam es einen festen Standort auf dem Gelände der Zollverein-Schachtanlage 3/7/10 in Essen.

Kinder erkunden das Feld

Die Erlebnis-Ausstellung bietet auf rund 4700 Quadratmetern Innen- und Außengelände die Möglichkeit, das eigene Können und die eigene Wahrnehmung interaktiv auszutesten. 2016 wird auch das Angebot der Führungen ausgebaut. Neu ist die Taschenlampen-Führung. "Nur im Schein der Taschenlampe schärft das Sinne wie Hören, Riechen, und Tasten", sagt der Geschäftsführer. Auch das "Kids' Lab" ist neu. "Da können die Kinder ihre Eltern im Café abgeben und dann ganz alleine das Erfahrungsfeld bei spannenden Bastel-Experimenten erkunden", sagt Jarackas.

Auf eine spannende Entdeckungsreise durch das Gehirn können sich Erwachsene beim "Science after work" begeben, bei der sie kommunikative Denkprozesse erkunden.

Hugo Kükelhaus war ein Essener Pädagoge, der zeitlebens seine Vorstellungen einer menschengemäßen Lebensumwelt verbreitet hat.
1975 stellte er das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne vor. Im Umgang mit den Geräten sollen sich die angeblich häufig verkrümmten Fähigkeiten des Menschen zur Sinneswahrnehmung neu beleben.
Das Phänomania Erfahrungsfeld Zollverein 3/7/10, Am Handwerkerpark 8-10 in Essen, ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr. Kinder bis 5 Jahren: 4 Euro Eintritt, Schüler bis 18 Jahren: 6 Euro, Studenten: 7 Euro, Erwachsene 8 Euro.
Infos gibt es unter Tel. (0201) 301030.