Missbrauchsprozess Bergisch Gladbach: Erste Urteile erwartet

Kriminalität

Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach werden am Freitag die ersten Urteile verkündet. Angeklagt sind zwei Männer, die sich auch an Kindern aus der eigenen Familie vergangen haben sollen.

Mönchengladbach

11.09.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dem 39-jährigen Angeklagten wird unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern in über 100 Fällen vorgeworfen.

Dem 39-jährigen Angeklagten wird unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern in über 100 Fällen vorgeworfen. © picture alliance/dpa

Im ersten Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach will das Landgericht Mönchengladbach am Freitag die Urteile verkünden. Den beiden Angeklagten aus Krefeld und Viersen werden schwerer sexueller Kindesmissbrauch in über 100 Fällen sowie die Herstellung, Verbreitung und der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen. Teils sollen sie die Taten gemeinsam begangen haben.

Die Staatsanwältin forderte für den 39-jährigen Krefelder eine Haftstrafe von 13 Jahren und neun Monaten. Der ebenfalls 39 Jahre alte Angeklagte aus Viersen soll für vierzehneinhalb Jahre ins Gefängnis. Die Angeklagten hätten „die Kinder getauscht wie Sexspielzeug“, sagte die Staatsanwältin. Sie hätten eine Atmosphäre der Angst und Einschüchterung geschaffen. Dazu hätten sie ein System mit Geld- und Sachgeschenken eingeführt, das gezielt auf Belohnung und Gewöhnung der Kinder ausgerichtet war.

Ein Angeklagter legt Geständnis ab

Der Krefelder hatte bereits nach seiner Festnahme im November vergangenen Jahres umfassend gestanden, seine heute elfjährige Tochter seit 2016 regelmäßig schwer sexuell missbraucht zu haben. Vom Frühjahr 2017 an soll er gemeinsam mit dem Mitangeklagten auch dessen jetzt zwölfjährige Nichte regelmäßig schwer sexuell missbraucht haben.

Durch das Geständnis hat er den Kindern eine Aussage vor Gericht erspart. Der mitangeklagte Viersener gab nur zu, sich seit 2015 zum Teil massiv an seiner Nichte vergangen zu haben - und das auch nur in einem Drittel der angeklagten Fälle. Der Strafprozess hatte am 29. April begonnen.

dpa

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