Merkel nach Astrazeneca-Entscheidung: „Wir müssen den Impfstoffen vertrauen können“

Coronavirus

Wegen seltenen, aber schweren Nebenwirkungen soll der Astrazeneca-Impfstoff nur noch an Menschen über 60 Jahren gehen. Kanzlerin Merkel und Gesundheitsminister Spahn erklären die Entscheidung.

Berlin

30.03.2021, 22:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht auf der Pressekonferenz über die weitere Verwendung des Impfstoffs von AstraZeneca.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht auf der Pressekonferenz über die weitere Verwendung des Impfstoffs von AstraZeneca. © picture alliance/dpa/AP POOL

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die geänderte Empfehlung zur Verwendung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca verteidigt. „Wir müssen den Impfstoffen vertrauen können“, sagte Merkel nach den Beratungen mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstagabend in Berlin.

Aus ihrer Sicht sei die nun getroffene Entscheidung, das Astrazeneca-Vakzin nur noch an Über-60-Jährige zu verimpfen, genau die richtige. „Womit wird das Vertrauen mehr erschüttert?“, fragte sie und ergänzte: „Alles unter den Teppich zu kehren - oder damit, dass die Stiko nicht ernstnimmt, was sie weiß?“ Die nun entstandene Verunsicherung könne sie zwar nicht wegreden. Aber: „Offenheit und Transparenz sind die beste Möglichkeit, mit so einer Situation umzugehen.“

Gesundheitsminister Spahn ergänzte, die Entscheidung sei „ohne Frage ein Rückschlag“. Sie ändere „aber nichts an der hohen Wirksamkeit des Impfstoffes“.

Astrazeneca: Seltene, aber schwere Nebenwirkungen

Einige Bundesländer - darunter Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen - hatten am Nachmittag einen teilweisen Stopp von Astrazeneca-Impfungen angeordnet. Wenig später teilte die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut mit, das Corona-Vakzin nur noch für Menschen ab 60 Jahren zu empfehlen.

Als Grund nannte sie das Auftreten „seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“ beim Impfstoff von Astrazeneca, die vier bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegende bei Geimpften in der Altersgruppe unter 60 aufgetreten seien. Unter-60-Jährige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ allerdings weiterhin mit dem Vakzin impfen lassen können.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt