Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Menker mit Mädels auf großer Körbejagd

SELM "Korfball - was ist das denn?" Eine Frage, die Hendrik Menker öfter hört. Doch mittlerweile nervt sie ihn nicht mehr. Seit 14 Jahren spielt der Selmer inzwischen Korfball, wurde beim Selmer KV sogar zum A-Nationalspieler und hat gerade seine erste Teilnahme an einer Senioren-WM hinter sich. Korfball ist "seine" Sportart.

von Von Kevin Kohues

, 20.11.2007

"Wenn mich jemand fragt, sage ich meist, dass es ähnlich ist wie Basketball", erzählt Hendrik. "Der große Unterschied ist allerdings, dass Jungs und Mädchen in einer Mannschaft spielen." Die große Gemeinsamkeit: Der Ball muss in den Korb. Der hängt beim Korfball allerdings höher. Außerdem ist das Spielfeld größer. Und: Man darf mit dem Ball in der Hand nicht dribbeln und nicht laufen. Nur ein Sternschritt ist erlaubt. "Deshalb behält man den Ball in der Regel nicht lange, sondern passt sofort weiter", erklärt Hendrik. Das erfordert ein gutes Zusammenspiel und macht das Spiel schnell.

Zum Korfball kam der heute 20-Jährige schon im Alter von sechs Jahren. Über seine Eltern - früher selbst Korfballer - und Kumpel Marc Tögemann, mit dem er heute noch beim Selmer KV zusammenspielt. Seine Heimatstadt Selm ist - neben Castrop-Rauxel und dem Rheinland - eine der Korfball-Hochburgen in Deutschland.

Rang zwei ist noch in Reichweite

Der SKV spielt in der Regionalliga Nordwest, der höchsten Spielklasse in Deutschland. Zurzeit liegt das Team auf dem vierten Platz, doch Rang zwei und damit die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb ist noch in Reichweite. Besonders, wenn die Selmer das letzte Hinrundenspiel am Sonntag beim jetzigen Zweiten TuS Schildgen gewinnen. "Wieder beim Europa-Shield teilnehmen zu dürfen, wäre schon toll", hat Hendrik Menker noch beste Erinnerungen an die letzte Teilnahme in Barcelona.

Und auch mit der Nationalmannschaft hat er noch einiges vor. "Der elfte Platz bei meiner ersten Senioren-WM war schon enttäuschend", sagt Hendrik im Rückblick auf das vor anderthalb Wochen zu Ende gegangene Turnier in Tschechien. Und fügt kämpferisch hinzu: "Das wollen wir in vier Jahren besser machen." Sein Nahziel mit der deutschen Auswahl heißt jedoch erstmal U23-WM, denn die steigt schon im nächsten Jahr in Taiwan.

Amateur mit täglichem Training

Viele Ziele, viel zu tun, doch "Profi" ist Hendrik Menker nicht - Korfball ist eine reine Amateur-Sportart. Nach seinem Abitur am Städtischen Gymnasium und dem Zivildienst im Altenwohnhaus St. Josef hat der 20-Jährige nun ein Studium der Raumplanung an der Uni Dortmund begonnen. Nebenbei geht's zweimal die Woche zum Training, vor wichtigen Turnieren mit der Nationalmannschaft natürlich noch öfter. Hendrik: "Vor der WM haben wir drei Monate lang fast jeden Tag trainiert und ein Trainingslager in Holland absolviert."

Ein Wechsel zu einer anderen Sportart kam für ihn übrigens nie in Frage. Den Volkssport Fußball hat er zwar auch mal ausprobiert, doch mittlerweile ist dafür in der Familie jemand anderes zuständig - sein jüngerer Bruder Karsten spielt bei GW Selm. Hendrik hingegen sagt: "Meine Freunde haben auch immer Korfball gespielt, wir unternehmen auch so viel miteinander." Und schmunzelnd ergänzt er: "Praktisch ist halt, dass auch Mädels dabei sind..."

Lesen Sie jetzt