Mehrstöckiges Haus eingestürzt - ein 39-jähriger Bauarbeiter wird vermisst

Unfall

Übrig geblieben ist ein riesiger Schuttberg: Im Düsseldorfer Zentrum ist ein Hinterhaus, das kernsaniert wurde, eingestürzt. Ein 39-jähriger Bauarbeiter wird vermisst - und möglicherweise auch ein Arbeitskollege.

Düsseldorf

27.07.2020, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Düsseldorfer Zentrum sind bei Bauarbeiten Teile eines Gebäudes eingestürzt. Ein Mensch werde vermisst, sagte ein Feuerwehrsprecher am Montag.

Im Düsseldorfer Zentrum sind bei Bauarbeiten Teile eines Gebäudes eingestürzt. Ein Mensch werde vermisst, sagte ein Feuerwehrsprecher am Montag. © picture alliance/dpa

Ein Kfz-Mechaniker der benachbarten Werkstatt hörte am Montag gegen 13.30 Uhr plötzlich einen enormen Knall. „Der Boden hat vibriert“, sagte er. Dann sah er die weiße Staubwolke aus dem Gebäude mitten in der Düsseldorfer Innenstadt kommen - und aus dem Haus rennende Arbeiter, wie er der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Das mehrstöckige, leerstehende Haus wurde kernsaniert, als das Unglück geschah.

Zunächst waren die Einsatzkräfte von einem Vermissten - einem 39-Jährigen - ausgegangen, der unter dem riesigen Schuttberg vermutet wurde. Am Abend kam die Befürchtung dazu, dass ein weiterer Bauarbeiter verschüttet sein könnte. Ein Arbeitskollege des 39-jährigen Vermissten habe sich gemeldet und von einem weiteren Mann berichtet, der auf der Baustelle gewesen sei und vermisst werde, teilte die Feuerwehr mit. Die Polizei ermittele zudem, ob sich dieser zweiter Vermisste woanders aufhalte.

Großes Aufgebot sucht nach den beiden Vermissten

Laut Angaben der Feuerwehr vom Abend besteht für den Rest des Gebäudes eine akute Einsturzgefahr. Vor dem Bekanntwerden des möglichen zweiten Vermissten hatte die Feuerwehr mitgeteilt: „Für die weitere Suche des vermissten Bauarbeiters müssen umfangreiche Sicherungs- und Vorbereitungsmaßnahmen eingeleitet werden, die sich derzeit als personal- und zeitintensiv herausstellen“. Die Einsatzkräfte müssten „sehr besonnen vorgehen“.

Elf Rettungshunde standen für die Suche bereit. Neben den Vermissten hätten zehn Männer in dem Gebäude gearbeitet, so Feuerwehr-Sprecher Stefan Gobbin. Einer sei wegen eines internistischen Notfalls in ein Krankenhaus gebracht worden, neun wurden zunächst vor Ort von den Einsatzkräften betreut. Von ihnen wurde keiner körperlich verletzt. Auch Notfallseelsorger waren im Einsatz.

„Überall waren Trümmer“

Ein Elektriker, der im Keller des Vorderhauses gearbeitet hatte, berichtet der Deutschen Presse-Agentur vom Moment des Einsturzes: „Es hat sich angefühlt, als würde ein Lkw immer näher kommen. Es wurde lauter und lauter.“ Durch den Staub sei er aus dem Gebäude gesprintet. „Überall waren Trümmer“, sagte er. Es nach draußen geschafft zu haben bezeichnete er als „riesiges Glück“.

Warum ein Teil des Hinterhauses des Wohngebäudes - das nur einige Gehminuten von der Königsallee entfernt ist - einstürzte, sei noch „total offen“, sagte Gobbin. Die Kriminalpolizei habe Ermittlungen aufgenommen.

Nachbarn des Hauses in anderen Wohnungen untergebracht

Auch Mitarbeiter des städtischen Bauamtes und des Amtes für Arbeitsschutz waren neben den mehr als 50 Feuerwehrleuten vor Ort und machten sich ein Bild von der Lage, während Beamte der Polizei die Straßen rund um den Unglücksort absperrten. Die Fassade des Vorderhauses war zumindest äußerlich nicht beschädigt. Durch das Tor zum Hinterhof waren Trümmerteile und ein eingestürztes Baugerüst zu sehen.

Der Blick von einem benachbarten Parkhaus zeigte: Rund die Hälfte des Hinterhauses ist eingestürzt, der Schutt am Einsturzort türmt sich meterhoch. Die Stadtwerke trennten das gesamte Gebäude von der Energiezufuhr. Vorsichtshalber räumten die Einsatzkräfte angrenzende Gebäude. Davon waren zunächst 23 Menschen betroffen, von denen zunächst 19 durch die Stadt in anderen Wohnungen untergebracht werden sollten.

dpa

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