Mehr Schnaps, weniger Kokain: Corona verändert Drogenkonsum

Coronavirus

Die Corona-Krise hat den Drogenkonsum in vielen europäischen Ländern verändert. Am stärksten sei der Konsum von Kokain und Ecstasy zurückgegangen.

Lissabon

26.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Während der Corona-Krise sind europäische Drogenkonsumenten von illegalen Rauschmitteln auf Alkohol umgestiegen.

Während der Corona-Krise sind europäische Drogenkonsumenten von illegalen Rauschmitteln auf Alkohol umgestiegen. © picture alliance/dpa

Während der Corona-Krise sind europäische Drogenkonsumenten in vielen Ländern von illegalen Rauschmitteln auf Alkohol und auch andere, gefährlichere Substanzen umgestiegen. Die Drogenproduktion sei jedoch in etwa gleich hoch geblieben, so dass Zwischenhändler auf großen Mengen sitzen dürften, berichtete die EU-Drogenbeobachtungsstelle mit Sitz in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon am Donnerstag.

Auch habe sich der Handel stärker ins Internet verlagert, und Dealer hätten die Drogen nach Hause geliefert. Am stärksten sei der Konsum von Kokain und synthetischen Drogen wie Ecstasy zurückgegangen, schrieben die Autoren des 24-seitigen Berichts. Wegen der Ausgehbeschränkungen habe es kein Nachtleben mehr gegeben, wo solche Aufputschmittel am ehesten konsumiert werden. Auch sei der Straßenverkauf kaum noch möglich gewesen.

Cannabis-Konsumenten sind auf Alkohol umgestiegen

Anders das Bild bei Cannabis: Gelegentliche Nutzer hätten den Konsum eher eingeschränkt, stärker Abhängige hingegen ausgeweitet. Und: Vor allem Cannabis-Nutzer seien auf Alkohol umgestiegen. Es sei aber auch eine Zunahme bei gefährlicheren Drogen wie zum Beispiel dem aus einem Lösungsmittel hergestellten GHB beobachtet worden. Langeweile im Lockdown und Angstzustände seien hier in einer Umfrage genannt worden. In mehreren Ländern sei auch eine Zunahme des privaten Anbaus von Cannabis auf dem heimischen Balkon registriert worden.

Ob die Änderungen dauerhaft seien, könne noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es sei jedoch dringend geboten, die Entwicklung genau zu beobachten, schrieb die EU-Drogenbeobachtungsstelle. Sie liefert nur Daten und Statistiken - Prävention und Bekämpfung liegen in der Zuständigkeit der EU-Staaten.

RND

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