Mehr Geld für (fast) alle: Das bringt das Jahr 2021

Änderungen 2021

Selten kündigte sich ein Jahr aus Verbrauchersicht so gut an, wie 2021. Steuerzahler werden stark entlastet, viele Menschen werden mehr Geld in der Tasche haben. Die Änderungen im Überblick.

NRW

, 01.01.2021, 08:23 Uhr / Lesedauer: 3 min
Fast alle Deutschen werden 2021 mehr Geld im Portemonnaie haben.

Fast alle Deutschen werden 2021 mehr Geld im Portemonnaie haben. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Das Jahr 2021 verspricht, ein gutes Jahr zu werden – jedenfalls aus finanzieller Sicht. Die deutschen Steuerzahler werden 2021 finanziell so stark entlastet wie seit Langem nicht, dazu gibt es Entlastungen und mehr Geld für viele Gruppen. So wird auch die Grundrente eingeführt. Die Urlaubsplanung wird in diesem Jahr nicht ganz einfach. Ein Überblick:

Steuererleichterungen für Familien, Alleinerziehende und Singles

Familien können sich freuen, denn das Kindergeld wird zum 1. Januar 2021 um 15 Euro auf 219 Euro pro Monat erhöht. Dieser Satz gilt für die ersten beiden Kinder, für das dritte Kind bekommen Eltern künftig 225 Euro, für das vierte und weitere Kinder 250 Euro im Monat.

Grundsätzlich werden Familien, Alleinerziehende und Singles bei der Steuer entlastet. Bei sehr hohen Einkommen (6000-7000 Euro pro Monat) summiert sich die Entlastung immerhin auf 1000 bis 2500 Euro im Jahr. Wie sich die Anpassung der Steuern auf einzelne Gruppen genau auswirkt, lesen Sie hier.

Soli fällt für 90 Prozent der Deutschen komplett weg

Für rund 90 Prozent der Steuerzahler fällt zum Jahreswechsel der Solidaritätszuschlag komplett weg, weitere 6,5 Prozent zahlen weniger. Einzelnveranlagte bis zu einer Einkommenssteuer von 16.956 Euro im Jahr keinen Soli mehr abführen müssen - für gemeinsam veranlagte Paare liegt der Satz bei 33.912 Euro. Oberhalb dieser Grenze steigt der Soli-Satz schrittweise an.

Mehr Geld für Geringverdiener

Geringverdiener werden 2020 davon profitieren, dass der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar angehoben wird - von aktuell 9,35 Euro auf 9,50 Euro pro Stunde, und zum 1. Juli um weitere 10 Cent auf 9,60 Euro pro Stunde. Auch für Auszubildende steigt die Mindestvergütung.

„Die meisten Verbraucher werden wieder etwas mehr Geld im Portemonnaie haben als 2020“, prognostizierte der Konjunkturexperte Torsten Schmidt vom RWI - Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung.

Wohngeld in NRW steigt

Empfänger von Wohngeld in Nordrhein-Westfalen bekommen vom kommenden Jahr an mehr Geld. Die Landesregierung in NRW will damit Klimaschutz-Maßnahmen ausgleichen, die das Heizen teurer machen. Das Wohngeld soll durchschnittlich um rund 15 Euro pro Monat und Haushalt steigen, mehr als 146.000 Haushalte im Land profitieren davon.

Rentenerhöhung und neue Grundrente

Schlechten Nachrichten gibt es für viele Rentner in Westdeutschland: Ihre Renten werden laut Prognosen der Deutschen Rentenversicherung 2021 nicht steigen. Nur im Osten ist im Zuge der Rentenangleichung zwischen Ost und West mit einem kleinen Plus zu rechnen. ABER: Rund 1,3 Millionen mit kleiner Rente bekommen einen Aufschlag mit der neuen Grundrente. Wer mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung und Pflegetätigkeit aufweisen kann, dem soll der Gang zum Sozialamt erspart werden. Im Schnitt gibt es einen Zuschlag von 75 Euro für die Lebensleistung.

Mehr Geld für (fast) alle: Das bringt das Jahr 2021

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Homeoffice-Pauschale

Wer in der Corona-Krise von zuhause arbeitet, bekommt einen Steuerbonus. Pro Homeoffice-Tag kann man 5 Euro geltend machen, maximal aber 600 Euro im Jahr. Die Pauschale zählt zu den Werbungskosten. Daher profitieren nur diejenigen Steuerzahler davon, die über die ohnehin geltende Werbekostenpauschale von 1000 Euro kommen.

Hartz-IV-Sätze steigen

Die Hartz-IV-Regelsätze steigen leicht. Ein alleinstehender Erwachsener bekommt künftig 446 Euro im Monat - 14 Euro mehr als bisher. Der Satz für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren steigt um 45 Euro auf 373 Euro, der für Kinder bis fünf Jahre um 33 auf dann 283 Euro. Für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren ist mit monatlich 309 Euro ein Plus von einem Euro vorgesehen.

Urlaubsplanung mit Brückentagen

Wann soll ich Urlaub nehmen? Die Frage ist für 2021 während der Corona-Pandemie noch schwieriger zu beantworten als in anderen Jahren. Frühes Planen zahlt sich trotzdem aus. Denn wer seinen Urlaub geschickt legt, kann erheblich mehr freie Tage verbuchen.

Zwei bundesweite Feiertage fallen 2021 allerdings auf ein Wochenende: der Tag der Arbeit (1. Mai) auf einen Samstag und der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) auf einen Sonntag. Welche Brückentage sich 2021 besonders anbieten, lesen Sie hier.

Mit dpa

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