Maximilian-Kolbe-Schüler führten Theaterstück auf - vielleicht zum allerletzten Mal

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Schluss nach fast 30 Jahren? Die Theater-AG der Maximilian-Kolbe-Schule hat ihr vielleicht letztes Stück aufgeführt. AG-Leiterin Gabriele Forck hofft, dass ihre AG doch eine Zukunft hat.

von Marcel Schürmann

Nordkirchen

, 13.03.2020, 07:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem Schuljahr 1991/92 ist die Theater-AG fester Bestandteil des Schulprogramms der Maximilian-Kolbe-Schule, der Förderschule mit den Schwerpunkten geistige, körperliche und motorische Entwicklung in Nordkirchen. In fast 30 Jahren haben die beiden Lehrerinnen, Gabriele Forck und Anna Assek, die die AG gemeinsam gegründet und seither geleitet haben, dutzende Theaterstücke mit ihren Schülern entwickelt und aufgeführt.

Das Theaterstück im Jahr 2020: Rotkäppchen und Elsa im Märchenwald. Es könnte das letzte Theaterstück der Schule gewesen sein. Denn: „Ich bin schon weg“, sagt Anna Assek mit einem Lachen. Seit dem 1. Februar ist die Lehrerin in Pension. Sie wollte die AG in diesem Schuljahr „aber unbedingt noch zu Ende bringen“, wie sie sagt. Die beiden Vorführungen des Theaterstücks am Dienstag und Mittwoch, 10. und 11. März, vor vollem Haus - es waren Asseks letzte Amtshandlungen.

Das Ende der AG?

Und alleine kann Gabriele Forck die Leitung der Theater-AG künftig nicht stemmen. „Das wäre schwierig, da die AG-Leitung doch mit sehr viel Arbeit verbunden ist“, sagt sie. Bisher hat sich aus ihrem Kollegium niemand bereit erklärt, mit ihr die Leitung der AG zu übernehmen. Ein Ende der AG wäre für sie schade. Aufgegeben hat Forck aber noch nicht: „Ich hoffe, dass ich noch Unterstützung von meinen Kollegen bekomme und die AG doch noch eine Zukunft hat.“

Auch für die Schüler wäre das Ende der AG sicherlich schade. In jedem Schuljahr kommen etwa 15 Schüler in der AG zusammen. Sie sind zwischen neun und dreizehn Jahre alt. Für die Schüler der diesjährigen Theater-AG war es das erste Mal, dass sie dabei waren, sagen die beiden Lehrerinnen.

Jede Woche Proben

Seit Oktober des vergangenen Jahres haben die Schüler jede Woche mindestens für anderthalb Stunden für ihre Aufführungen geprobt. Am Anfang noch ohne Kostüme und Mikrofon. Diese Dinge kamen erst im Laufe der Zeit dazu. „Gerade in der letzten Woche vor den Aufführungen haben wir die Probe nochmal so richtig intensiviert“, erzählt Anna Assek.

Als die diesjährige AG im Oktober 2019 startete, durfte jeder Schüler einen Wunsch äußern, welche Rolle er oder sie gerne spielen würden. Diesmal unter anderem mit dabei: Elsa die Eiskönigin, Rotkäppchen, diverse Star-Wars-Krieger und Clowns - ein buntes Pottpouri. Gar nicht so einfach, all diese Rollen in einer zusammenhängenden Geschichte unterzubringen.

Positive Reaktionen, positive Entwicklung

Gabriele Forck und Anna Assek ist es trotzdem mal wieder gelungen, ein kurzweiliges, fast 30-minütiges Theaterstück auf die Beine zu stellen. Die Schüler der unteren Klassen der Schule füllten am Dienstagnachmittag den Saal mit den Eltern der Schüler, die im Theaterstück mitwirkten. Am Mittwoch waren die Grundschüler der benachbarten Grundschule da.

Es freut die beiden AG-Leiterinnen, nicht nur die positiven Reaktionen aus dem Publikum zu sehen und zu hören; die beiden merken auch, dass ihre Akteure in der AG eine tolle Entwicklung durchmachen.

Ängste überwunden

„Manch einer hätte sich am Anfang niemals in die Mitte der Bühne gestellt. Gerade das Sprechen in ein Mikrofon macht viele Schüler doch etwas nervös. Aber alle haben ihre Ängste im Laufe der Zeit überwunden und sich getraut, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Viele sind hier richtig aufgeblüht“, sagt Anna Assek nach der Aufführung sichtlich stolz.

Die Schüler schlüpften im vielleicht letzten Theaterstück der Schule in verschiedene Rollen. „In diesem Jahr waren zehn Schüler dabei, die bis zu drei verschiedene Rollen gespielt haben. Es ist wirklich toll, zu sehen, wie gut sie das alles hingekriegt haben“, so eine nicht minder stolze Gabriele Forck.

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