Mauer bricht ein: Gefahr für die Besucher des Schlosses Nordkirchen?

dzSchloss Nordkirchen

Eine eher unscheinbare Mauer auf dem Schlossgelände beschäftigt seit Monaten die Verwaltung der Hochschule für Finanzen - ganz besonders aber auch Besucher. Sie sehen eine große Gefahr.

Olfen

, 02.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut 200 Meter lang ist die Mauer an den „Kuhweiden“ hinter dem Gestüt im Schlosspark. In einem Teilbereich ist sie mittlerweile doppelt gesichert - durch ein rot-weißes Flatterband und hohe Bauzäune. „Auf einer Länge von rund zwölf Metern ist die Mauer eingebrochen“, sagt Klaus-W. Gratzfeld, Verwaltungsleiter der Fachhochschule.

Für Marion Neiteler keine überraschende Entwicklung. „Seit Langem beobachte ich, wie die Löcher, die Wühlmäuse (oder welcher Tiere auch immer) oberhalb der Mauer buddeln, größer und größer werden“, sagt sie und beklagt: „Ein Schreiben an die Finanzhochschule im vorigen Jahr blieb leider ohne Konsequenzen.“

Eine Aussage, die Klaus-W. Gratzfeld so nicht stehen lassen will. Er verweist auf regelmäßige Begehungen auf dem großen Gelände. „Wir hatten das im Blick. Allerdings war in diesem Fall das Ereignis schneller als wir.“ Gleichzeitig kündigt der Verwaltungsleiter an, dass sich an der aktuellen Situation voraussichtlich so schnell nichts ändern wird. Die Sanierung könne dauern.

Bei der Sanierung der Mauer ist der Denkmalschutz mit im Boot

Klaus-W. Gratzfeld verweist darauf, dass bei der Sanierung der Mauer „der Denkmalschutz mit im Boot ist.“ Es sei die Frage zu klären, ob nur das eingebrochene Stück oder aber die komplette Mauer saniert werden soll und muss. Kommt es zur Kompletterneuerung, dürfte es bis zu Fertigstellung einige Monate vergehen.

Die gemauerte Stützmauer ist in viele Einzelteile zerbrochen. Jetzt muss der Denkmalschutz entscheiden, in welcher Form die Sanierung erfolgen soll.

Die gemauerte Stützmauer ist in viele Einzelteile zerbrochen. Jetzt muss der Denkmalschutz entscheiden, in welcher Form die Sanierung erfolgen soll. © Neiteler

Der Verwaltungsleiter vergleicht eine entsprechende Aufgabe mit der neuen Beleuchtung im Weg „Am Sternbusch“. Auch hier war es lange dunkel, bis entsprechende Gelder für einen Komplettaustausch im Haushalt zur Verfügung standen. Ähnlich könnte es bei der Mauersanierung werden. Vor allem wenn der Denkmalschutz eine Komplett-Erneuerung empfiehlt.

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Was sich auch immer am Ende an der Mauer verändert, Marion Neiteler hat eine dringende Bitte für die „Horrorkante“ - wie sie die Mauer bezeichnet. In der Dunkelheit sei sie aus ihrer Sicht für jeden eine Gefahrenstelle. Menschen mit Behinderungen hätten aber auch am Tag Probleme - wie ein Kind ihrer Schwester.

Mutter eines behinderten Kindes macht sich für Absicherung stark

„Ihr zweiter Sohn ist geistig behindert und auch in seinem Bewegungsmuster eingeschränkt. Er kann Bodenunebenheiten und den Absatz unterhalb der Mauer nicht locker durch sein Gleichgewicht ausbalancieren.“ Sie macht sich deshalb für ein Geländer oder eine andere Absicherung stark.

„Das Schlossgelände ist ein so wunderbar großzügiger Ausflugsort. Die Horrorkante aber eine Zeitbombe nicht nur für Kleinkinder, sicherlich auch für Hunde und Menschen mit Handicap.“ Gerade in einer inklusiven Gemeinde wie Nordkirchen dürfe es aus ihrer Sicht eine derartige Situation nicht geben.

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