Mann erwürgt Prostituierte, weil er sie nicht bezahlen kann

Schwurgericht Dortmund

Vor zweieinhalb Jahren wurde eine Prostituierte auf dem Hammer Straßenstrich erwürgt. Bei der Tat ging es nicht um persönliche Differenzen, sondern um Geld. Der Fall landete erneut vor Gericht.

von Martin von Braunschweig

, 18.02.2021, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein 28-jähriger hat eine Prostituierte auf dem Hammer Straßenstrich erwürgt - dieser Fall stand erneut vor Gericht.

Ein 28-jähriger hat eine Prostituierte auf dem Hammer Straßenstrich erwürgt - dieser Fall stand erneut vor Gericht. © Martin von Braunschweig

Ein Mann hatte Gefallen daran, die Frauen auf dem Hammer Straßenstrich zu besuchen. Auch am frühen Morgen des 12. September 2018 tauchte er dort auf und verwickelte eine Frau nach der anderen in ein Gespräch. Sein Problem war nämlich: Er hatte überhaupt kein Geld mehr in der Tasche.

Dennoch vereinbarte der heute 28-Jährige mit einer 35 Jahre alten Bulgarin, die er schon länger kannte, die Durchführung sexueller Handlungen - und landete deswegen vor Gericht. Denn: Erst anschließend, so die Richter im Urteil, teilte er der Frau dann mit, dass er eigentlich blank war. Die Frau wurde wütend, und der Mann legte beide Unterarme um ihren Hals und drückte zu, bis sie tot war.

„Klassischer Verdeckungsmord“

Die Richter werteten die Tat jetzt als klassischen Verdeckungsmord. „Der Angeklagte wollte nicht, dass sein vorangegangener Betrug aufflog“, sagte der Vorsitzende Tim Wroblewski am Mittwoch in der Urteilsbegründung. In einem ersten Prozess hatten andere Richter dies 2019 noch anders gesehen und lediglich achteinhalb Jahre Haft wegen Totschlags verhängt. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil jedoch später in Revision wieder einkassiert.

Angeklagter wollte angeblich mit Koks bezahlen

Der Angeklagte hatte die Tat grundsätzlich zugeben, jetzt – im zweiten Prozess – jedoch erstmals davon gesprochen, dass es nach dem Sex zu einem heftigen Streit mit der Bulgarin gekommen sei. Er habe sie mit Kokain bezahlen wollen, sie jedoch viel mehr verlangt, als er dabei gehabt habe.

Die Richter sagten zu dieser Geschichte nur: „Sie erscheint uns doch ziemlich konstruiert.“ Der Angeklagte habe nach dem Beschluss des Bundesgerichtshofs offenbar krampfhaft nach einer Geschichte gesucht, die noch nach einem Totschlag klingen würde.