Männer, die auf Hintern starren: Frauen im Landtag kritisieren Sexismus der AfD

Mecklenburg-Vorpommern

Frauen im Schweriner Landtag kritisieren die Männer der AfD-Fraktion für ihr sexistisches Frauenbild. Ein Abgeordneter hatte SPD-Politikerin Nadine Julitz zugerufen, ihr Kleid sei aber sehr knapp.

Schwerin

12.06.2020, 08:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Politikerinnen von SPD und CDU kritisieren das sexistische Verhalten der AfD-Fraktion.

Politikerinnen von SPD und CDU kritisieren das sexistische Verhalten der AfD-Fraktion. © picture alliance/dpa

Nach zwei sexistischen Entgleisungen der AfD-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern haben sich weibliche Abgeordnete der SPD und der CDU gegen das veraltete Frauenbild der AfD positioniert. Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, ging es zunächst um einen anzüglichen Kommentar von Jens-Holger Schneider. Bereits im Mai soll er Nadine Julitz von der SPD auf deren Weg zum Rednerpult zugeraunt haben, dass sie aber ein sehr knappes Kleid tragen würde.

Als ein Parteikollege Schneiders ihr das als Kompliment verkaufen wollte, hielt Julitz eine Brandrede zum Thema Kompliment und Sexismus. So ein Kommentar würde dazu führen, dass ihr Männer auf den Po schauen. „Ich musste es ertragen, dass ich weiß, dass mir jetzt diverse Menschen auf den Hintern gucken und mich dabei beobachten. Das ist kein Kompliment, das ist Sexismus, meine Herren“, zitiert die Zeitung die Rede.

AfD: Frauen werden in Rolle gedrängt, voll berufstätig sein zu müssen

In einer Sitzung an diesem Mittwoch kam es dann zum nächsten Vorfall. Die AfD brachte einen Antrag zum Thema Familienbild und Gender-Ideologie ein. Redner Horst Förster sagte dabei, viele Frauen würden in die Rolle, voll berufstätig sein, hineingedrängt werden. Das wiederum störte Ann Christin von Allwörden von der CDU: „Frauen haben sich über Jahrzehnte hart erkämpfen müssen, dass sie nicht mehr nur Mutter sind, nicht mehr nur am Herd stehen und nicht mehr abhängig von ihrem Mann sein müssen, sondern selbst ihr Leben unabhängig bestimmen können“, sagte sie.

Von Allwörden stellte die rhetorische Frage, ob Förster sich nie gefragt habe, warum in allen Fraktionen außer der AfD Frauen vertreten seien. Förster antwortete aber, durch das Zusammenleben mit seiner Ex-Frau zu wissen, was Frauen wollen. Zuspruch erhielt von Allwörden von mehreren Kolleginnen der SPD.