Mängel an Wuppertaler Schwebebahn: Stadtwerke klagen gegen Hersteller

Technische Probleme

80 000 Fahrgäste nutzen täglich die Wuppertaler Schwebebahn. Ab August müssen sie auf Busse umsteigen - wegen 200 Mängel an der Bahn. Jetzt wollen die Stadtwerke den Hersteller verklagen.

Wuppertal

03.07.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die weltberühmte, 120 Jahre alte Schwebebahn soll ab dem 12. August von Montag bis Freitag stillstehen.

Die weltberühmte, 120 Jahre alte Schwebebahn soll ab dem 12. August von Montag bis Freitag stillstehen. © picture alliance/dpa

Nach massiven Problemen mit der Wuppertaler Schwebebahn bereiten die Stadtwerke eine Schadenersatzklage gegen den Hersteller vor. Es gehe um insgesamt 200 Mängel an den neuen Wagen, teilten die Stadtwerke (WSW) am Freitag mit.

Klage: Deutlich höherer Verschleiß

Auslöser sei ein deutlich höherer Verschleiß an den Rädern mit Folgen für Schienen und Gerüst gewesen. Der Hersteller der neuen Schwebebahn-Baureihe ist das Düsseldorfer Unternehmen Kiepe Electric. Wegen technischer Probleme wird die Wuppertaler Schwebebahn ein Jahr lang an Werktagen außer Betrieb genommen. Davon betroffen sind mehr als 80 000 Fahrgäste täglich, die nun auf Busse umsteigen müssen.

Die weltberühmte, 120 Jahre alte Schwebebahn soll ab dem 12. August von Montag bis Freitag stillstehen. „Die Klage ist das letzte Mittel, aber nach einem vierjährigen Leidensweg für uns und unsere Fahrgäste sehen wir keine andere Möglichkeit mehr“, erklärte der WSW-Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell.

Stillstand: Mangelnde Verfügbarkeit von Ersatzrädern

Kiepe Electric betonte, dass der Betrieb von den Aufsichtsbehörden geprüft und zugelassen worden sei. Es sei nun zu klären, ob der Verschleiß der Räder innerhalb des zu erwartenden Maßes liegt oder abweicht und was die Ursachen dafür sein könnten. Dafür seien tiefergehende Analysen notwendig, die Kiepe Electric unverzüglich in die Wege geleitet habe.

Aus fahrzeugtechnischer Sicht bestehe kein Grund, den Betrieb einzuschränken, hieß es. Dies sei nur der mangelnden Verfügbarkeit von Ersatzrädern geschuldet. Die rechtzeitige Beschaffung sei aber Sache des Betreibers. Kiepe Electric habe großes Interesse an der Aufklärung des Vorgangs - auch, weil sich früher erhobene Vorwürfe nach gutachterlicher Prüfung als nicht haltbar herausgestellt hätten.

dpa