Maas: Keine schnelle Rückkehr zur Sommerurlaubsnormalität

Urlaub in Europa

Außenminister Heiko Maas will den Deutschen Möglichkeiten für den Sommerurlaub einräumen und sprach darüber am Montag mit Kollegen aus zehn beliebten Urlaubszielen der Deutschen.

Berlin

18.05.2020, 15:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ob Griechenland oder anderswo - viele Verbraucher fragen sich gerade, ob und wie sie ihren geplanten Sommerurlaub verbringen werden.

Ob Griechenland oder anderswo - viele Verbraucher fragen sich gerade, ob und wie sie ihren geplanten Sommerurlaub verbringen werden. © picture alliance/dpa

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat am Montagmittag mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz waren Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.

Schrittweise soll die Reisefreiheit wieder hergestellt werden

Nach den Gesprächen sagte Maas: „Die Wiederherstellung der Reisefreiheit soll schrittweise erfolgen. Grundlage ist das Tourismuspaket der Europäischen Union.“

Die europäischen Minister hoffen, dass ab 15. Juni keine Reisewarnungen mehr gelten, sondern nur noch Reisehinweise. „Wir wollen Schritt für Schritt in die Normalisierung.“ Die Reisehinweise würden die Grundlage dafür bieten. Maas: „Der Urlaub in diesem Jahr wird auf jeden Fall wenig mit dem Urlaub zu tun haben, den wir aus dem letzten Jahr noch kennen.

„Wettbieten um Touristen verhindern“

Viele Länder seien auf Tourismus angewiesen, so Maas, vor allem auf Urlauber aus Deutschland. Man wolle jedoch ein Wettbieten um Touristen verhindern. An erster Stelle stünden gesundheitliche Fragen. „Oberstes Gebot ist die Gesundheit für Gäste und Gastgeber“, so Maas. „Die Deutschen sind Reiseweltmeister, und deshalb stehen wir hier auch in besonderer Verantwortung.“

Die Minister wollen in zwei Wochen erneut beraten, wie und wo erste Lockerungen im Tourismus erfolgen können. Das hänge auch vom Infektionsgeschehen in den Destinationen ab. „Wir wollen mit größter Vorsicht vorgehen.“ Es werde deshalb in Europa auch unterschiedlich vorgegangen.

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Für touristische Reisen außerhalb Europas oder Einreisen von außerhalb Europas wollte der Bundesaußenminister keine Prognosen abgeben. Er wies darauf hin, dass für Lateinamerika der Corona-Peak erst in den Sommermonaten erwartet werde.

Maas dämpfte Erwartungen zum Sommerurlaub im Vorfeld

Schon vor der Beratung mit Kollegen aus beliebten Urlaubsländern dämpfte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) die Erwartungen. „Der Urlaub wird dieses Jahr nicht so sein, wie der, den man aus der Vergangenheit kennt“, sagte Maas am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“.

Die Corona-Pandemie sei noch nicht überwunden und man müsse Sicherheitsvorkehrungen schaffen für den Fall, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Er hoffe aber sehr, dass der Sommerurlaub im europäischen Ausland möglich sein werde und sich dann auch „wie Urlaub anfühlt“.

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