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Risiko Rückstau

BRAMBAUER In die Hunderttausende dürfte der Sanierungsaufwand der Königsheide-Siedler in den nächsten Jahren gehen. Aber Königsheide ist überall. Betroffen sind alle Hausbesitzer.

von Von Karl-Heinz Knepper

, 17.11.2007
Risiko Rückstau

Trockenes Thema "Dichtigkeit" und Energieeonsparung vor den Königsheide-Siedlern mundgerecht serviert (v.l.:) Rosi Evers, Claus Externbribnk (beide SAL) und Werner van den Berg (Stadtwerke).

Was die gesetzlichen Regelungen fordern, was deren Umsetzung den Einzelnen kostet und welche Förderung es gibt, hörten die Siedler im AWO-Saal von SAL und Stadtwerken. Laut Gesetz müssen alle Häuser bis 2015 auf Dichtheit ihrer Entwässerungssysteme überprüft werden. Für Neubauten gilt die Nachweis-Pflicht seit dem 1. Januar 2006.

Nächsten Jahre können teuer werden

Rosi Evers, Sachbereichsleiterin beim Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL), ihr Chef und SAL-Geschäftsführer Claus Externbrink sowie Stadtwerke-Energieberater Werner van den Berg informieren die gut 100 Siedler am Donnerstagabend. Vorsitzender Otto Korte („Heute kann es keine individuelle Beratung geben, nur Allgemeines“) macht sich und den Seinen nichts vor: Die nächsten Jahre können für Hausbesitzer teuer werden. Wärmedämmung und Dichtheitstestate schreien nach Sanierung.

Zuständigkeit der Hausbesitzer

Die Zuständigkeit der Hausbesitzer für die eigene Entwässerung reicht bis zum öffentlichen Hauptsammler in der Straße, so Rosi Evers. In Lünen seien ca. 16 000 Grundstücke an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Das private Entwässerungsnetz in Lünen sei ca. 1000 Kilometer lang. Die oft Jahrzehnte alten Häuser würden stadtweit einen enormen Sanierungsbedarf aufwerfen. Rosi Evers: „Ich würde heute kein Haus mehr kaufen, für das kein Dichtheitsnachweis vorliegt.“

Keller-Überflutung

Zu den häufigsten Risiken gehören Rückstau, Leitungsbruch, Überflutung von Keller und Grundstück sowie der Wertverlust der Immobilie. Evers: „Bedenken Sie, dass vor allem der Vermögenswert Ihres Hauses Schaden nimmt bei undichten Leitungen.“ Stadtwerke und SAL betonten am Donnerstagabend, dass sie jederzeit für eine Vereinbarung von Beratungsgesprächen zur Verfügung stünden.

Großer Beratungsbedarf

SAL-Chef Externbrink gab zu: Der Beratungsbedarf sei wegen der Komplexität der Materie enorm. So teuer eventuell eine Sanierung kommt, so groß ist der Kreis derer, die bei der Energieeinsparung bzw. Kanal-Dichtheit mit im Boot sitzen: Kommunen (Ortsrecht der Landesbauordnung), Gesetzgeber, Versicherungen, Eigentümer und vor allem die sanierenden Firmen.

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