Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Leiden der "vergessenen Kinder"

LÜNEN Ein Blick in die Augen verletzter Kinder, Szenen aus dem OP und dem Alltag in Eritrea – beeindruckende Fotos von Tobias Heyer sind derzeit im Foyer der Volkshochschule (VHS) zu sehen.

von Von Beate Rottgardt

, 08.11.2007
Leiden der "vergessenen Kinder"

Eindrucksvolle Bilder vom Hilfsprojekt des Hammer Forums in Eritrea werden bis Mitte Dezember in der VHS gezeigt.

Entstanden sind sie 2004 beim Hilfseinsatz eines Arztes des Hammer Forums in dem afrikanischen Land. Am Dienstagabend wurde die Ausstellung „Vergessene Kinder“ eröffnet, die auch auf die wichtige Arbeit der Hilfsorganisation in vielen Ländern aufmerksam machen soll.

Operationen im Gazastreifen

Deshalb schilderte auch Dr. Samir Kazkaz, Chirurg am St.-Marien-Hospital, seine Arbeit für das Hammer Forum in Palästina. Seit sechs Jahren reist er immer wieder in seinem Urlaub dorthin, um Verletzte im Gazastreifen zu operieren. Umgekehrt nimmt das Lüner Hospital seit vielen Jahren immer wieder Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten auf, zum Teil mit nur vermuteter Diagnose. In letzter Zeit waren es viele Kinder aus dem Jemen, bei denen Dr. Kazkaz dann auch als Dolmetscher fungiert.  

Kapazitäten reichen nicht aus

        „Aus Eritrea kommen kaum noch Kinder nach Deutschland, weil wir im Land selbst vielen aufbauen“, erklärte Claudia Kasten vom Hammer Forum. Auch in Afghanistan, Tschetschenien oder im Kosovo sind Helfer der Organisation tätig. „Die Kapazitäten reichen leider nicht aus, um allen Kindern zu helfen, wenn die Mediziner aus Deutschland zwei bis drei Wochen vor Ort sind“, erklärte Claudia Kasten beim Rundgang durch die Ausstellung.

Nur 160 Ärzte

Unfälle beim Spielen, die in den Dörfern nicht richtig versorgt wurden, Autounfälle, aber auch angeborene Schäden – das Spektrum der Verletzungen und Krankheitsbilder ist groß. Und in Eritrea selbst gibt es nur 160 Ärzte für 7,5 Millionen Einwohner. Der lange Krieg, die Abspaltung von Äthiopien trugen das ihre dazu bei, dass die Ausbildung von Medizinern gelitten hat.

Hilfsmittel sind Mangelware

Auch Hilfsmittel sind Mangelware. Jeder Rollstuhl, jede Gehhilfe sind etwas Kostbares. Ein großes Problem ist in den Krankenhäusern auch der Wassermangel. Spendenkonto Hammer Forum, Sparkasse Hamm, BLZ 410 500 95, Kto 40 70 181.            

Lesen Sie jetzt