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Hintergrund zum aktuellen Kurdenkonflikt

LÜNEN Der alte Konflikt zwischen Kurden und Türken spitzt sich seit einigen Wochen wieder zu. Obwohl die Schauplätze der Kämpfe zwischen Türken und Kurden in der Südost-Türkei und im Nordirak liegen, steigen die Spannungen auch in Deutschland an.

von Von Philipp Ostrop

, 11.11.2007

Nirgendwo in Europa leben mehr Kurden und Türken als in Deutschland. Die Bundesregierung geht von etwa einer halben Million Kurden aus, das Bonner Zentrum für Kurdische Studien von bis zu 800000. Bundesweit gibt es insgesamt 2,4 Millionen Menschen türkischer Abstammung. Da die Kurden keinen eigenen Staat besitzen, werden sie statistisch als „Türken“, „Iraker“ oder andere Nationalitäten geführt.Aktueller Konflikt: Im Südosten der Türkei kommt es seit Monaten verstärkt zu Angriffen durch die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die im Nordirak operiert und dort Stützpunkte betreibt. Innerhalb weniger Wochen hat die PKK Dutzende türkische Soldaten getötet. Die türkische Regierung in Ankara droht mit einem Militäreinsatz im Nordirak. Die Türkei hat zehntausende Soldaten im Grenzgebiet zu dem Nachbarland zusammengezogen. Die USA haben sich mehrfach gegen eine Offensive ausgesprochen.Radikale Verbände in Deutschland: Radikale Kurden und Türken haben sich jeweils in extremistischen Vereinen und Verbänden organisiert. Die bekanntesten Organisationen sind die radikal-linke PKK-Nachfolgeorganisation „Kongra Gel“ auf Seiten der Kurden und die ultra-nationalistische „Föderation der türkisch-demokratischen Idealistenvereine in Europa“, auch Graue Wölfe genannt, auf Seite der Türken.Kongra Gel zählt etwa 11500 Anhänger. Die PKK selbst – sowie Kongra Gel und andere Nachfolgeorganisationen – sind seit November 1993 in Deutschland verboten. Von der EU werden sie als Terrororganisationen eingestuft. Die Gruppierungen sind nach Angaben des Verfassungsschutzes aber in vielen Städten weiter aktiv – seit 1999 jedoch überwiegend gewaltfrei. Die Grauen Wölfe haben nach Angaben des Verfassungsschutzes rund 8000 Mitglieder. Zentrales Anliegen der Bewegung ist die nationale Einheit aller Turkvölker.

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