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Gutachter-Streit um Lackschäden

Prozess gegen Ardagh-Glas

Im jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem Lüner Maik Losch und der Glashütte des Unternehmens Ardagh ist kein Ende in Sicht. Am Freitag trafen sich die Parteien vor dem Lüner Amtsgericht. Die Firma Ardagh hat mit einer Stellungnahme auf die Verhandlung reagiert.

LÜNEN

von Von Peter Fiedler

, 20.05.2011

Losch fordert Schadenersatz für die Lackschäden, die 2007 und 2008 an seinem Auto und Wohnwagen entstanden sind – angeblich verursacht durch Schadstoffe aus der Glashütte. Ardagh bestreitet das vehement. Nach einer Modernisierung der Anlage im Jahr 2006 könne es zu derartigen Emissionen gar nicht mehr gekommen sein. „Wir halten das für technisch ausgeschlossen“, sagte Ardagh-Anwalt Dr. Alexander Hardt.

Losch hat eine Untersuchung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz auf seiner Seite. Danach könnten die Partikel auf den Fahrzeugen von Losch aus einer Glashütte stammen – und in Lünen gibt es nur diese eine. Ardagh wiederum hat ein Gegengutachten das TÜV vorgelegt, das die Glashütte als Verursacher ausschließt. Die Vorsitzende der 8. Zivilabteilung des Lüner Amtsgericht schlug am Freitag einen Vergleich vor. Ardagh solle, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, an den Kläger zahlen. Über Summen wurde noch nicht gesprochen.

Ardagh scheint aber entschlossen, den Zivilprozess bis zu einem Urteil durchzufechten – eben weil man sich nicht als Verursacher sieht. Sollte es nicht zu einem Vergleich kommen, wird wahrscheinlich ein neutraler Gutachter vom Gericht beauftragt. Wann der Prozess fortgesetzt wird, steht noch nicht fest.

Die Firma Ardagh hat am Freitag mit einer Stellungnahme auf das Verfahren reagiert. Darin heißt es: "Der TÜV kommt zu dem Ergebnis, dass unser Werk in Lünen nicht Verursacher der behaupteten Schäden sein kann. Das Fazit: Die chemischen Stoffe, die für die Lackschäden verantwortlich gemacht werden, stammen nicht aus unserem Werk. Denn zum einen verwenden wir kein Chrom und Eisen – ebendiese Substanzen sind in den von Herrn Losch entnommenen Proben festgestellt worden. Chrom und Eisen würden unsere Weißglasproduktion zunichte machen, denn es ist eine färbende Chemikalie." Und weiter: "Wir arbeiten in der Glasbranche – wir leben die Philosophie der Nachhaltigkeit, des Recyclings, der Wertschöpfung. Das verpflichtet uns auch zur Klarheit und Transparenz. Wir pflegen eine gute Nachbarschaft. Insofern hätten wir die Nachbarn entschädigt, falls sich herausgestellt hätte, dass wir der Verursacher gewesen wären.“

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