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Ein Mörderjob für den Regisseur

LÜNEN Er inszenierte „Ein Mann für jede Tonart“ oder „Rennschwein Rudi Rüssel“. Zum 18. Lüner Kinofest kommt Regisseur Peter Timm in zweierlei Funktion nach Lünen. Zum einen stellt er „Rennschwein Rudi Rüssel 2“ vor, zum anderen ist er in der Jury, die den Preis für die beste Filmmusik vergibt.

von Von Beate Rottgardt

, 13.11.2007
Ein Mörderjob für den Regisseur

Szene aus "Rennschwein Rudi Rüssel 2".

Im Vorfeld sprach RN-Redakteurin Beate Rottgardt telefonisch mit Timm in Hamburg.

Was verbinden Sie mit dem Kinofest Lünen?

Timm: Einen Preis, die „Rakete“, die wir vor drei Jahren für „Mein Bruder ist ein Hund“ bekamen. Ich war leider nicht da, aber unsere junge Darstellerin hat ihn entgegen genommen und ist vor Freude aufgesprungen. Ich komme das erste Mal nach Lünen, auch weil ich in der Filmmusik-Jury bin. Das mache ich sehr gerne, weil ich Filmmusik liebe und einen hohen Anspruch an sie habe.

Haben Sie sofort zugestimmt, Mitglied der Filmmusik-Jury zu werden?

Timm: Inhaltlich ja. Ich wusste nur nicht, ob es zeitlich klappt, weil ich in der Vorbereitungsphase für einen neuen Film bin. Die Finanzierung ist wichtig und wir wollen jetzt die jungen Hauptdarsteller casten, um die richtige Paarung zu finden.

Sie haben einige Familienfilme gedreht, auch mit tierischen Hauptdarstellern.

Timm: Ja und das ist ein Mörderjob für den Regisseur, gerade weil Tiere in den Filmen eine richtige Rolle haben. Unser „Rudi“ war noch nicht mal geboren, als wir wussten, dass aus ihm ein Star wird. Die Tiere müssen von einem Tiertrainer trainiert werden. Die ganzen so niedlichen Szenen sind sehr zeitintensiv. Da kann man schneller drei Tatorte hintereinander drehen. Und die Kinder dürfen nur fünf Stunden am Tag vor der Kamera stehen.

Welche Rolle spielt für Sie als Regisseur die Filmmusik?

Timm: Musik schließt einen Akt ab und führt in den nächsten ein. Wenn man mehr Erfahrung hat, ist es ratsam, schon früh an Platz für die Filmmusik zu denken. Musik hat prozentual in verschiedenen Szenen eine unterschiedliche Gewichtung, aber immer eine immense Bedeutung. Manche Soundtracks haben sich gigantisch verkauft.

Haben Sie eine Lieblings-Filmmusik?

Timm: Ich finde die Musik von Detlef Petersen für Rennschwein Rudi Rüssel toll. Gerade bei Family-Entertainment schafft Musik die Brücken für die einzelnen Szenen. Konstantin Wecker komponierte eine wunderbare Musik für „Ein Mann für jede Tonart“, in der die Musik ohnehin Teil der Geschichte ist. Großartige Erfahrungen habe ich auch mit Marcel Barsotti gemacht, der tolle Musik für den zweiten Teil von Rudi Rüssel schrieb und den ich für den Bayerischen Filmpreis vorgeschlagen habe.

Wie sehen Ihre nächsten beruflichen Pläne aus?

Timm: Wir haben Warner Bros. von unserem Film begeistert, der in den letzten Tagen der DDR spielt und ein bisschen was von Romeo und Julia hat. Eine Westberliner Studentin lebt direkt an der Mauer und verliebt sich in einen Grenzsoldaten, der Angst hat, dass er bei einem Fluchtversuch schießen müsste. Die Geschichte hat eine besondere Dramatik, aber auch sehr viele komische Stellen, ist sehr menschlich und tragik-komisch. Damit knüpfe ich ein bisschen an meinen allerersten Film „Meier“ an.

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