Letzter Arbeitstag in Dutzenden Filialen von Galeria-Karstadt-Kaufhof

Galeria-Karstadt-Kaufhof

Am Samstag (17.10.) schließen Dutzende Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen. Manche Mitarbeiter wollen deswegen mit Trauerflor erscheinen. Für einige Städte sind die Schließungen ein Rückschlag.

Düsseldorf

16.10.2020, 18:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt eine ganze Reihe von nicht mehr rentablen Filialen.

Der deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt eine ganze Reihe von nicht mehr rentablen Filialen. © picture alliance/dpa

Mit Trauerflor wollen einige Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof am Samstag arbeiten, um ihren Unmut über die Schließung von Dutzenden Filialen kundzutun. Teile der Belegschaft aller Warenhäuser wollen schwarze T-Shirts oder Trauer-Sticker tragen, hieß es von der Gewerkschaft Verdi am Freitag.

Weitere Schließungen im Januar

Am Samstag machen wohl etwa 30 Filialen zum letzten Mal die Türen auf und lassen Kunden zum Abverkauf herein. In Essen wollen Mitarbeiter einen Trauerkranz vor den Eingang legen und damit das Warenhaus gewissermaßen zu Grabe tragen. In Düsseldorf wollen Beschäftigte eine große Skulptur einer kaputten Filiale ausstellen.

Etwa drei Dutzend Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen machen in diesem Monat dicht - die meisten am Samstag, bei einigen sind wegen leerer Regale bereits die Lichter ausgegangen. Im Januar sollen sechs weitere Schließungen folgen. Auf der Streichliste stehen zum Beispiel Dortmund, Hamm, Bonn, München-Nordbad, Berlin-Gropiuspassage, Mannheim, Bremen und Osnabrück.

Rückschlag für kleine Städte

Besonders für kleine Städte wie Gummersbach, Neumünster und Witten sind die Filialschließungen ein herber Rückschlag im Kampf um Publikumsverkehr in ihren Innenstädten. Mit den rund 130 verbleibenden Warenhäusern hofft der angeschlagene Konzern, schnell wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren.

Verdi äußerte Kritik. „Die Beschäftigten haben alles getan, um die Häuser zu erhalten“, erklärte Gewerkschafter Orhan Akman. Der Chefetage warf er Missmanagement vor. „In die Trauer um die Jobverluste mischt sich daher auch berechtigte Wut der Kolleginnen und Kollegen auf die derzeitige Unternehmensleitung.“

dpa

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