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Gewerbe wächst im Wald

Heying Esch

Es bleibt dabei – trotz der heftigen Kritik der UWG und einiger Anlieger: Der Wald im Gewerbegebiet Heying Esch soll Platz machen für die Ansiedlung weiterer Firmen. Die Bezirksregierung hat im Entwurf für den Regionalplan Münsterland dafür 3,7 Hektar im Anschluss an die neue Halle der Firma Glanemann vorgesehen, die Gemeinde Legden wünscht sich in einer Stellungnahme zu dem Plan noch zehn Hektar mehr.

LEGDEN

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 17.05.2011
Gewerbe wächst im Wald

Wald und Industrie liegen nah nebeneinander.

Das hat der Gemeinderat am Montagabend nach einem verbalen Schlagabtausch zwischen der UWG und der Mehrheit von CDU und SPD beschlossen – genauso wie bereits einige Wochen zuvor der Bauausschuss.

„Wir können den oft zitierten Naherholungswert dieser Fläche nicht erkennen“, so SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Goßling (SPD). Der Wald sei schließlich „eingekesselt“ von Bundesstraße 474, Bahnlinie und dem bestehenden Gewerbegebiet, durchschnitten von der Industriestraße und nicht gut gepflegt. „Das was wir im Zuge der Ausgleichsmaßnahme an anderer Stelle schaffen werden, ist mit Sicherheit ökologisch wertvoller als das, was wir abholzen“, bekräftigte CDU-Fraktionschef Berthold Langehaneberg. Die UWG hielt dagegen, dass eine Rodung zum Zweck der Ansiedlung von Gewerbebetrieben nicht nur „ökologischer, sondern auch ökonomischer Unsinn“ sei – wegen der hohen Kosten für die erheblichen Ausgleichsmaßnahmen. UWG-Fraktionssprecher Heinz Gausling rechnet mit zwei Millionen Euro: „Das können wir uns nicht leisten“. Statt dessen empfahl er, mit Nachdruck die Ausweisung des interkommunalen Industrieparks A31 voranzutreiben, wo sich nach wie vor Grundstückseigentümer weigern Flächen zu verkaufen. Um die Wartezeit auf Gewerbeflächen zu verringern, schlug Gausling vor, an anderer Stelle – „am besten im Anschluss an den Industriepark“ – ein zusätzliches kleines Gewerbefläche auszuweisen – nur nicht im zentrumsnahen Wald. Auf den Hinweis der SPD, dass die Verfügbarkeit dieser Flächen auch unsicher sei – anders als im Heying Esch – ging er nicht ein. Vor sieben Jahren hatte der Rat beschlossen – damals noch ohne den Partner Ahaus – , direkt an der A 31 ein Industriegebiet auszuweisen. Um dafür grünes Licht von der Bezirksregierung zu bekommen, musste die Gemeinde ihre bisherigen Pläne ersatzlos fallen lassen, in der Südspange des Heying Eschs und im Schlatt ebenfalls noch Gewerbe auszuweisen.

Dass die Bezirksregierung jetzt doch weiteres Gewerbe im Heying Esch zulässt – zumindest auf 37 000 Quadratmetern – sei der Einsicht geschuldet, „dass wir an der A 31 mit Ahaus die Fläche ausschließlich für Industrie- und Gewerbebetriebe mit überörtlichen Bedeutung oder gewissen Emissionen vorgesehen haben“ und eben nicht für kleine Gewerbebetriebe. Und für die stehe inzwischen in Legden zurzeit „kein einziger Quadratzentimeter mehr zur Verfügung“. Bis sich das ändert und im Heying Esch die Sägen heulen und später die Bagger rollen, werde es wohl noch mehr als ein Jahr dauern.