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Eva, die Schlange und viel Kaffee

Legden Kleine himmelblaue Häschen halten sich an den Pfoten und tanzen Ringelrein im Abendrot. Ganz anders wenige Kilometer weiter: Regungslos starren dort die Zwei-Meter-Frau Eva und ihre nicht minder massige grüne Begleiterin, die Schlange, in ein dickes Buch und lesen - halb fassungslos, halb amüsiert - die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies.

08.11.2007

Grelle Farben hier und dort. Anschauliche Motive allenthalben. Und jede Menge mehr oder weniger versteckter Humor: So unterschiedlich auch die Arbeiten von Ilona Gorecka und Eike Gornowicz sind, diese Gemeinsamkeiten fallen ins Auge. Genauso wie der Wunsch, neue künstlerische Wege zu beschreiten. Die Ausgangspunkte sind bei beiden Frauen die gleichen: ihre jeweiligen Arbeitsräume in Legden, Mühlenstiege 19 und Asbeck, Stiftsstraße 14.

Draußen fegt das gelbe Laub in kühlen Böen über den Hof - bis direkt vor das gläserne Tennentor des Hofes am Mühlenbach. Dahinter ist es angenehm warm. Ein großer Arbeitstisch steht in der Mitte des riesigen Raums, ein Sofa rechts auf dem Podest an der Seite, ein Bollerofen hinten in der Ecke - und dazwischen jede Menge Kunst: Objekte, Gemälde, Graphiken, Miniaturen und stapelweise Materialien, die erst noch verarbeitet werden sollen: "Ich sammele immer", erklärt Ilona Gorecka-Sonnewend fast entschuldigend. Wo andere nur Körbe mit Hölzern, Zapfen, Muscheln, Lindenbaumfrüchte und Federn wahrnehmen, sieht sie Werkstoffe, die danach schreien, in einen neuen Aggregatzustand überführt zu werden - am liebsten zurzeit in Collagen mit einer bestechenden Formstrenge. "Ich habe immer 100 Ideen und komme gar nicht nach, sie schnell genug umzusetzen." Die Phase, in der sie in grellen Farben Hirsche, Häschen und Gardinenspitzen zu skurrilen Gemälden komponierte - Kitsch mit Hintersinn, wie sie selbst sagt - ist gerade beendet. Jetzt dominiert das runde Element: Ein Kleid aus lauter zusammen genähten Kreisen schwebt im Raum, braune Kreise in Brauntönen tanzen an der Wand - erst auf den fünften Blick wird klar: "Jawohl, Kaffeepads", bestätigt die Künstlerin lachend.

Gespiegelte Kunst

Die Suche nach Erkenntnis treibt nicht nur das Urweib Eva im Asbecker Ortskern um. Auch die Schöpferin der Skulptur aus Draht, Tapete und jeder Menge Farbe fühlt sich diesem Prinzip verbunden. "Ich will nicht nur immer wieder das machen, was ich gut kann", sagt Eike Gornowicz und streift mit einem Blick flüchtig über eines ihrer großen fotorealistischen, gleichzeitig aber verfremdeten Gemälde. "Ich will mich auch in Neuem ausprobieren" - etwa in den großen Plastiken. Oder auch in den gerade mal 20 mal 20 Zentimeter kleinen, bemalten Spiegelkästen: Man muss sie in die Hand nehmen und drehen, um zu erkennen: Die Dinge sind anders als sie zunächst scheinen - nicht nur für Eva. sy-

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