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Brücken schlagen zueinander mit Witz und Poesie

06.11.2007

Asbeck "Ein Leben ohne Märchen und Witze ist wie ein Leben ohne Salz. Ohne Zucker kann der Mensch überleben, aber nicht ohne Salz", eine Weisheit, die Alexander Kostinskij von seinem Großvater übernommen hat und - die er im besten Sinne lebt.

Das aktuelle forum, Volkshochschule und der Heimatverein Asbeck hatten ihn zusammen mit dem jungen Musiker Florian Stadler (Akkordeon) ins Asbecker Dormitorium eingeladen. "Klang-volle Erzählungen" hatten sie das Programm aus Erzählungen und Klezmer-Musik überschrieben, dass viele Liebhaber anlockte und begeisterte.

Kostinskij, seit 15 Jahren in München wohnend, nicht lebend, wie er korrigiert, gehört zur selten gewordenen Zunft der Erzähler ostjüdischer Geschichten, die er spannend erfindet und niederschreibt.

Stadler lebt am Bodensee und setzt sich seit etwa zehn Jahren mit dieser ganz speziellen, jüdischen Musik Osteuropas auseinander. Mit ihm hatte sich Kostinskij einen gleichwertigen musikalischen Partner an die Seite geholt, der die märchenhaft-humorvolle Stimmung seiner Geschichten noch steigerte.

Kostinskij wurde 1946 in Kiev/Weißrussland geboren. Er schöpfte aus dem großen Topf jüdischer Tradition in den Schetln Ost- und Mitteleuropas, die er von seinem Großvater und von seinem Vater übernommen hat. Seine Geschichten klangen wahrhaftig und selbst erlebt, ohne den Hinweis auf tatsächliche Authentizität. Die Spannung erhöhte dies nur, denn Kostinskij ist ein hervorragender Erzähler seiner Geschichten.

Traumwelten bauen

Im Hause seines Großvaters, eines gelernten Schneiders, fielen ihm die Geschichten ein, die jüdische Weisheit und Diskutierfreude verknüpfen mit Humor und Lebensfreude. Der Geruch von Himbeermarmelade als Kindheitserinnerung zieht sich durch viele Geschichten. Gestenreich entführte Koschinskij in freier Erzählung in eine Traumwelt zwischen Himmel und Erde, zwischen Völkerverständigung und Religionsfrieden, die poetischer nicht sein kann.

"Unser Glück ist es, wenn wir zusammen lachen über meine jüdischen Märchen und Witze." Kostinskijs Botschaft traf ins Herz. Sie kam beim begeisterten Publikum besser an als die Stellungnahmen mancher Politiker. emk