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Alles spontan im Griff

Legden Moden Müller, Blumen Specking und Dorf Münsterland, Asbeck, Töttchen und das Finanzamt - keiner war vor den spontanen Ideen des Improvisationstheaters 005 aus Münster sicher.

19.11.2007

Alles spontan im Griff

<p>Wenig Kopfzerbrechen bereitete den Theaterkünstlern der Auftritt: Sie hatten das Publikum spontan im Griff. MLZ-Fotos Wesseler</p>

Obwohl nur kaum mehr als 80 Besucher diesem sehr unterhaltsamen Spektakel beiwohnen wollten, hielt es diese kaum auf den Sitzen, denn eine Begeisterungswelle jagte die nächste. Nachdem die Spielregeln des Abends geklärt, Matthias als "Wellenbeauftragter" in sein Amt eingeführt und Klaus als der "stellvertretende Wellenbeauftragte" ernannt worden war, ging es nach dem gemeinsamen Einzählen der Szene auch schon los: Ein Zuschauer modellierte die Körper der Akteure zu einer knisternden Tanzeinlage im Sommerschlussverkauf.

Gekonnter Slapstick

Als nächstes folgte eine gespielte Sequenz in einem Hotelzimmer, wie sie vermutlich 1000-fach pro Tag vorkommt, und doch gaben Impro 005 ihr etwas Einzigartiges: gespielt in verschiedenen Filmgenres wie Slapstick, Marionettentheater und Western bekamen die Zuschauer einen ersten Vorgeschmack des vielseitigen Könnens der vier Münsteraner.

Der Abend verflog fast: Immer spielten die Akteure auf Zuruf die skurrilsten Szenen und ließen Legdener Eigenheiten nicht aus. "Schnee über Asbeck", die Geschichte eines Asbecker Unterhosenherstellers, "West fälische Küche für Zuhause" oder auch das Lied "Komm zum Church-Brunch", in dem der Pastor die Messfeier mit dem anschließenden Brötchenkauf vereint und Kirchgänger und Messdiener zu Mohnbrötchen und Kaffe einlädt.

Sehr gefühlvoll gingen Sonja Schrapp, Irmhild Willenbrink, Marcus Loebe-Keuter (mit gewagtem Skateboard-Slide auf dem Geländer der Pfarrheimbühne) und Marcus Fischer (am Piano) mit dem Legdener Publikum um. So entlockten sie einer Zuschauerin intimste Details ihres ersten Kusses, und der Pfarrheimsaal wurde anschließend Zeuge einer perfekt inszenierten Schnulze im Science Fiction-Format eben dieser Zuschauerin "Melanie" mit ihrem Skateboard-Schwarm "Sascha".

Wer das Füttern eines Fisches gewöhnlich findet, hat dies vermutlich noch nie auf Russisch, als Horrorfilm oder als Countrysong "Mach mal Halt am Fischglas" gehört. Das Publikum bekam am Ende seine frenetisch geforderte Zugabe "Wurst im Wald" und wird beim nächsten Abend mit Impro-005 bestimmt wieder dabei sein. rw

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