Lauterbach mahnt: Diese Altersgruppe müssen wir jetzt besonders vor dem Virus schützen

Coronavirus

Aktuell steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder deutlich an. Karl Lauterbach fordert daher die Anwendung der vereinbarten „Notbremse“. Eine Altersgruppe hält er nun für besonders gefährdet.

Berlin

14.03.2021, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. © picture alliance/dpa

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält eine dritte Corona-Welle für unvermeidlich. „Die dritte Welle ist auf keinen Fall verhinderbar“, sagte er dem Westdeutschen Rundfunk (WDR). Es sei nur die Frage, wie groß sie sein werde. Und je größer sie werde, desto mehr Menschen würden sterben, sagte Lauterbach.

Besonders davon betroffen werde die Altersgruppe der 50 bis 80 Jahre alten Menschen sein, meint Lauterbach. Diese Altersgruppe sei einerseits zu jung, um laut der Impfreihenfolge schon immunisiert zu sein, aber zu alt für einen milden Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus. „Von daher ist diese Gruppe besonders betroffen, und die müssen wir jetzt schützen – so gut wie wir können.“

In einer Nachricht auf Twitter fügte Lauterbach die Forderung hinzu, die vereinbarte „Notbremse“ zu ziehen, sobald die Inzidenzen bestimmte Grenzwerte überschritten. „Wer jetzt lockert, nimmt viele schwere und tödliche Verläufe in Kauf, besonders bei den 50- bis 80-Jährigen.“

Bund und Länder hatten sich zuletzt auf Lockerungsschritte geeinigt, zugleich aber eine Rücknahme dieser beschlossen, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wieder die Marke von 100 überschreitet.

Zahl der Neuinfektionen steigt seit drei Tagen wieder an

Aktuell registriert das Robert-Koch-Institut (RKI) wieder deutlich steigende Zahlen. Am Samstag meldete es 12.674 Neuinfektionen – und damit 3117 mehr als vor genau einer Woche. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen mit 76,1 deutlich höher als am Vortag (72,4). Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 239 weitere Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,19 (Vortag 1,11). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen von acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die Zahlen an Ostern höher sein als noch vor Weihnachten, warnte das RKI.

RND

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