Land NRW genehmigt: Erster Kreis darf zurück zum Distanzunterricht

Coronavirus

Zuletzt waren Forderungen nach Schulschließungen immer lauter geworden. Das Land sperrte sich - und hat dem ersten Kreis nun dennoch die Rückkehr zum Distanzunterricht erlaubt.

Düsseldorf

18.03.2021, 21:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der erste Kreis darf zum Distanzunterricht zurückkehren.

Der erste Kreis darf zum Distanzunterricht zurückkehren. © picture alliance/dpa

Die nordrhein-westfälische Landesregierung erlaubt erstmals in der dritten Corona-Welle einem Kreis, den Präsenzunterricht in den Schulen wieder einzuschränken. Im Kreis Düren kehren die weiterführenden Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen in der kommenden Woche zum Distanzunterricht zurück, wie der Kreis und die Staatskanzlei am Donnerstagabend mitteilten.

Die Landesregierung habe einen entsprechenden Antrag des Kreises genehmigt. Vorausgegangen waren zunächst vehement vom Land abgelehnte Forderungen aus mehreren Städten, angesichts steigender Infektionszahlen die Öffnungen der weiterführenden Schulen bis zu den Osterferien auszusetzen oder zurückzufahren.

Wie auch der Oberbergische Kreis hatte der Kreis Düren bereits vor der Rückkehr der Schüler weiterführender Schulen in ein Wechselmodell aus Präsenz- und Distanzunterricht seit Montag vergeblich beantragt, die Öffnung bis nach den Osterferien auszusetzen. Weitere Vorstöße aus Dortmund und Duisburg in dieser Woche, Schulen wieder dicht zu machen, schmetterte das Land zunächst ab.

Nach lauter werdenden Stimmen und Kritik auch von Lehrer- und Schülerverbänden hatte das Schulministerium schließlich die Rückkehr zum Distanzunterricht bei anhaltend hohen Infektionen als letzten Schritt nicht mehr ausgeschlossen. In einem Erlass von Mittwochabend wird diese als „ultima ratio“ bezeichnet. Eingebettet in ein Gesamtkonzept könnten Schulschließungen einen Beitrag zum Infektionsschutz vor Ort darstellen, hieß es dort weiter.

In Düren liegt die Inzidenz bei etwa 130

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) stellte zudem klar: Es müsse über einige Tage hinweg eine Inzidenz von über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen geben. Erst dann sei ein Antrag auf „Schließung einzelner Schulen oder tatsächlich aller Schulen“ möglich.

Mehrere Städte, darunter Wuppertal, Dortmund und der Oberbergische Kreis, hatten bereits angekündigt, beim Land ähnliche Schritte beantragen zu wollen wie Düren. Nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit lagen am Donnerstag inzwischen 19 kreisfreie Städte und Kreise über der Schwelle von 100 - also mehr als ein Drittel in NRW.

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Der Kreis Düren hatte am Donnerstag bereits den zweiten Antrag in diesem Monat beim Land gestellt, den Präsenzunterricht ausfallen zu lassen. Trotz bereits in Teilen des Kreises geltenden verschärften Regelungen liege die Inzidenz seit mehr als drei Wochen bei etwa 130 und im Stadtgebiet aktuell jenseits der 200. „Wir müssen deshalb weiter reagieren“, sagte Spelthahn am Donnerstag.

Es falle nicht leicht, wieder zum Distanzunterricht zurückzukehren. „Die hohen Ansteckungsraten lassen uns keine Wahl.“ Nach dem positiven Bescheid vom Land bedankte sich Spelthahn noch am Abend: „Das Land war dieses Mal direkt empfänglich für unsere guten Argumente“, sagte er laut Mitteilung.

Staatskanzlei: Düren hat umfassend begründete Gesamtkonzeption vorgelegt

Aus der Staatskanzlei hieß es zur Begründung der Entscheidung, der Kreis Düren habe seine ersten Überlegungen für Maßnahmen im Schulbereich ausdifferenziert und nun eine umfassend begründete Gesamtkonzeption vorgelegt. Auch weil der Kreis bereits andere zusätzliche Maßnahmen eingeführt habe, erscheine eine „begrenzte Aussetzung des Wechselunterrichts angemessen und geboten“.

dpa

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