Kunstwerke am Waldwanderweg

SAUERLAND Kunst findet nicht nur im Museum statt. Auf dem Wanderweg von Schmallenberg im Sauerland nach Bad Berleburg im Siegerland steht sie mitten im Wald. Natürlich haben die von renommierten Künstlern geschaffenen Skulpturen auch etwas zu bedeuten.

von Von Helmut Jasny

, 15.07.2008, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Der "Krummstab" von Heinrich Brummacks mit dem Luther-Zitat "Eine allzu große Macht stürzt durch ihre eigene Masse". Fotos (2) Jasny</p>

<p>Der "Krummstab" von Heinrich Brummacks mit dem Luther-Zitat "Eine allzu große Macht stürzt durch ihre eigene Masse". Fotos (2) Jasny</p>

Ansgar Nierhoff beispielsweise geht es um eine Verbindung der beiden durch das Rothaargebirge getrennten Regionen. In seiner monumentalen Stahlplastik „Kein leichtes Spiel“ verschachtelt er mehrere Tore, die zwar in verschiedene Richtungen weisen, aber alle aus einem gemeinsamen Ganzen herausgearbeitet wurden. Einen Teppich aus Tönen erzeugt Andreas Oldörp in der Nähe des Klosters Grafschaft. „Über den Teichen“ nennt er seine steil in den Himmel ragenden Stelen, die nach dem Prinzip von Orgelpfeifen konstruiert sind.

Sagenhafter Ort

Mythisch wird es am „Hexenplatz“ von Lili Fischer. Die Professorin an der Kunstakademie Münster hat mit einem Kupferkessel, aufgeklappten Zauberbüchern und aus dem Boden ragenden Schornsteinen einen sagenhaften Ort geschaffen, der gleichzeitig auf die Grausamkeiten realer Hexenverfolgung verweist. Den Übergang vom katholischen Sauerland ins protestantische Wittgensteiner Land markiert Heinrich Brummacks sich bedenklich neigender „Krummstab“ mit dem mahnenden Zitat von Martin Luther: „Eine allzu große Macht stürzt durch ihre eigene Masse“. An einen griechischen Tempel erinnert das Monument „Stein – Zeit– Mensch“ von Nils-Udo. Inmitten einer Architektur aus mächtigen Baumstämmen lagert ein 150 Tonnen schwerer Quarz-Stein. Der Koloss erweckt den Eindruck, als wäre er hier vor Urzeiten vom Himmel gefallen. Damit demonstriert er dem rastlosen Wanderer, was Beständigkeit heißt.

Ebenfalls riesig, aber nur aus der Luft richtig zu erkennen, ist der „Falke“, den der New Yorker Künstler Alan Sonfist durch bepflanzte Erdwälle darstellt. Gloria Friedmanns „Grünstation“ thematisiert das Verhältnis von Natur und Kultur. Das um drei Bäume herumgebaute Haus erscheint aus der Ferne wie ein monochromes Signal im vielfältigen Grün und Braun des Waldes, bevor es architektonische Formen annimmt. Außerdem bietet es Schutz vor Regen, sofern man sich nicht unter eines der Löcher im Dach stellt, durch das die Bäume gen Himmel wachsen.

Verhältnis zur Heimat

Anfang und Ende des auch landschaftlich reizvollen Weges markieren Bildtafeln in Schmallenberg und Bad Berleburg, auf denen sich Einwohner über ihr Verhältnis zur Heimat äußern. Ein wenig Kondition sollte man für die 22 Kilometer lange Strecke schon mitbringen. Und Zeit, denn für die Rückfahrt braucht der Bus rund drei Stunden. Kunst will eben erarbeitet sein.

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