Kreis Warendorf: Trotz hoher Fallzahlen keine Einschränkungen

Coronavirus

Neben dem Kreis Gütersloh ist auch der benachbarte Kreis Warendorf von einer hohen Zahl an Corona-Infizierten betroffen. Trotzdem soll in nächster Zeit alles beim alten bleiben.

Warendorf

22.06.2020, 22:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Kreis Warendorf hat die Anzahl an Corona-Infektionen in den vergangenen Tagen enorm zugenommen.

Im Kreis Warendorf hat die Anzahl an Corona-Infektionen in den vergangenen Tagen enorm zugenommen. © picture alliance/dpa

Der ebenfalls vom Corona-Ausbruch bei Tönnies betroffene Kreis Warendorf hält trotz des bislang höchsten Anstiegs bei den Infizierten einschränkende Maßnahmen für die übrige Bevölkerung derzeit nicht für erforderlich. Im Gesundheitsamt seien am Montagnachmittag 72 weitere positive Corona-Testergebnisse für Mitarbeiter der Firma Tönnies eingegangen, teilte der Kreis mit. Damit sei die Zahl der seit dem Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück im benachbarten Kreis Gütersloh infizierten Mitarbeiter, die im Kreis Warendorf leben, auf 212 angestiegen. „Das ist der mit Abstand höchste Anstieg, den wir in der Pandemie bislang hatten“, erklärte Landrat Olaf Gericke (CDU).

Das gesamte Infektionsgeschehen im Kreisgebiet sei auf den Ausbruch im Tönnies-Werk zurückzuführen. „Da wir derzeit keine Anzeichen für ein Überspringen der Infektionen auf die übrige Bevölkerung sehen, sind einschränkende Maßnahmen derzeit nicht erforderlich“, erklärte er.

Informationsgebung kritisiert

Mit Quarantäne und weiteren Maßnahmen sollen Infektionsketten so früh wie möglich unterbrochen werden. Das Hauptaugenmerk gelte jetzt der Ermittlung und Testung von Kontaktpersonen der Tönnies-Mitarbeiter. Mobile Teams seien in den Gemeinschaftsunterkünften der Mitarbeiter unterwegs. Der Landrat kritisierte die Informationsgebung durch Tönnies nach dem massiven Ausbruch.

„Das Unternehmen, das dafür verantwortlich ist, dass die Infektionswelle zu uns übergeschwappt ist, hat erst nach und nach aktuelle Listen mit den Wohnorten der Mitarbeiter vorgelegt. Immer wieder gab es dabei Nachbesserungen“, erklärte Gericke. Aktuell lebten im Kreis Warendorf insgesamt 1243 Tönnies-Mitarbeiter. Der Landrat appellierte an die Bürger, „weiterhin vorsichtig zu sein und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten“.

Zudem würden auch im Kreis Warendorf kostenfreie Corona-Tests ermöglicht für alle, die in besonders betroffenen Orten wohnten oder sich verständlicherweise Sorgen machten - etwa, weil sie Kontakt zu Tönnies-Mitarbeitern hatten. Solche Tests seien an zentralen Standorten möglich und die Kosten würden von Tönnies übernommen. „Dazu hat sich das Unternehmen mir gegenüber heute Morgen ausdrücklich verpflichtet“, unterstrich Gericke.

dpa

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