Kopf komplett mit Klebeband umwickelt: Rentner stirbt bei Überfall

dzLandgericht Bochum

Ein Rentner aus Bochum stirbt bei einem Raubüberfall. Sein Kopf war komplett mit Klebeband umwickelt. Zwei Täter sind jetzt verurteilt worden – bei einem Dritten ist es etwas komplizierter.

Bochum

, 09.04.2020, 16:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kopf war komplett mit Klebeband umwickelt. Es gab keine Überlebenschance. Im Februar 2019 starb ein Bochumer Schützenbruder einen qualvollen Erstickungstod. „Ich kriege keine Luft mehr.“ Das sollen die letzten Worte des 68-Jährigen gewesen sein. Am Donnerstag ist einer der Täter am Bochumer Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden – wegen Raubmordes.

„Der Tod des Rentners war ihm gleichgültig“, sagte Richter Josef Große Feldhaus bei der Urteilsverkündung. Der 68-Jährige sei sogar noch mit Kleidungsstücken überdeckt worden. „Weil die Täter den Todeskampf wohl nicht mit ansehen wollten.“

Staatsanwältin Patricia Preuß war sogar davon ausgegangen, dass die Täter später – bei der Durchsuchung der Wohnung - noch mehrfach über den Leichnam gestiegen sind. „Erbarmungslos“, waren ihre Worte.

Tasche mit Teilen der Beute im Keller

Auch der Fahrer des Fluchtwagens ist am Donnerstag verurteilt worden. Gegen ihn wurden dreieinhalb Jahre Haft wegen Raubes verhängt. Es war sein Keller, in dem später eine Tasche mit Gegenständen aus der Beute gefunden worden war. Ein dritter Verdächtiger sitzt wegen anderer Straftaten in Polen in Haft. Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat bereits die Auslieferung beantragt, um auch ihm den Prozess machen zu können.

Die Täter hatten im Haus des Bochumer Schützenbruders auf große Beute gehofft – auf Gold und Bargeld. Laut Urteil ging offenbar das Gerücht von einer Erbschaft herum. Davon soll einer der Angeklagten, der ganz in der Nähe wohnte und auch dort regelmäßig als Kneipengast unterwegs war, schon 2017 gehört haben. Tatsächlich war am Ende jedoch nur geringe Beute gemacht worden – im Wesentlichen 1000 Euro und Orden des Schützenvereins.

Angeklagte hatten sich im Gefängnis kennengelernt

Den späteren Fluchtwagenfahrer hatte der 37-Jährige übrigens im Gefängnis kennengelernt. Später hätten sie sich dann angefreundet. Die Richter gehen davon aus, dass die Täter vor dem Haus gewartet haben, bis der Rentner und dessen frühere Lebensgefährtin nach Hause gekommen sind. Eigentlich wollten sie die Kasse des Schützenvereins prüfen. Doch dann ging alles ganz schnell.

Im Urteil war von einem Kampfgeschehen die Rede. Dann wurde der Kopf des Rentners mit Panzerklebeband umwickelt – Augen, Nase, Mund. „Damit war er dem sicheren Tod ausgesetzt“, so Richter Große Feldhaus. „Ein Atmen war nicht mehr möglich.“

Die Frau hatten die Täter nur zu Boden gebracht und mit einer Jacke umwickelt. Sie hatte nach zwei Stunden Todesangst die Polizei alarmiert. Die Angeklagten selbst hatten im Prozess jegliche Tötungsabsicht bestritten.

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