Konflikt in Syrien: Türkei stoppt Flüchtlinge nicht mehr auf Weiterreise nach Europa

Türkei

Der bewaffnete Konflikt zwischen türkischen und syrischen Truppen in Syrien eskaliert. Die Türkei will Flüchtlinge nicht länger davon abhalten, nach Europa weiterzureisen.

Ankara

28.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Türkei will syrische Flüchtlinge nicht mehr von der Weiterreise nach Europa abhalten.

Die Türkei will syrische Flüchtlinge nicht mehr von der Weiterreise nach Europa abhalten. © picture alliance/dpa

Die Türkei will Flüchtlinge nicht länger davon abhalten, nach Europa weiterzureisen. Das bestätigte ein Regierungsmitarbeiter der der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten bereits mehrere andere Medien über entsprechende Pläne der türkischen Regierung berichtet.

Damit reagiert die türkische Regierung auf Entwicklungen in der syrischen Provinz Idlib. Einem Bericht der türkischen Nachrichtenagentur DHA zufolge sind in der türkischen Provinz Edirne bereits 300 Migranten, darunter Flüchtlinge aus Syrien eingetroffen, die sich auf den Weg zur griechischen Grenze befinden.

33 türkische Soldaten bei Luftangriff getötet

Bei einem Luftangriff auf türkische Soldaten, für den Ankara die von Russland gestützte syrische Regierung verantwortlich macht, waren am Donnerstag nach Behördenangaben 33 Soldaten getötet worden. 32 verletzte Soldaten würden in Krankenhäusern behandelt, sagte der Gouverneur der an die Rebellenhochburg Idlib grenzenden türkischen Provinz Hatay, Rahmi Dogan. Die Türkei gab bekannt, im Gegenzug würden „alle bekannten“ Ziele der syrischen Regierung von türkischen Kräften auf dem Boden und aus der Luft angegriffen.

Botschafter der Nato halten am Freitagmorgen Krisengespräche ab. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg teilte mit, dass die Beratungen unter Artikel 4 des Gründungsvertrags der Militärallianz abgehalten würden, wonach jedes Mitglied des Bündnisses Konsultationen beantragen kann, wenn es seine territoriale Integrität, politische Unabhängigkeit oder Sicherheit gefährdet sieht. Der Antrag geht von der Türkei aus.

Türkische Regierung ruft Nato dazu auf, der Türkei beizustehen

Ömer Celik, ein Sprecher der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan, rief die Nato auf, der Türkei beizustehen. In Richtung Europäische Union richtete er zudem eine Warnung: „Unsere Flüchtlingspolitik ist die gleiche, aber wir haben hier eine Situation, wir sind nicht länger in der Lage, Flüchtlinge zurückzuhalten.“

In der Türkei leben rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Laut einer Vereinbarung zwischen Ankara und der EU von 2016 hat die Türkei sich bereiterklärt, Flüchtlinge verstärkt davon abzuhalten, nach Europa zu kommen. Seitdem hat Erdogan bei verschiedenen Streitigkeiten wiederholt damit gedroht, „die Tore zu öffnen“.

RND/fh/dpa

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