Klirrende Kälte mit Dauerfrost hält NRW im Griff

Wetter

Der heftigste Wintereinbruch seit langem hat eine Schnee- und Eisdecke über NRW gezogen. Klirrende Kälte wird auch in den kommenden Tagen Folge für den Straßen- und Schienenverkehr haben.

NRW

08.02.2021, 20:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Glätte und festgefahrener Schnee machen die Straßen für Autofahrer besonders gefährlich.

Glätte und festgefahrener Schnee machen die Straßen für Autofahrer besonders gefährlich. © picture alliance/dpa

Klirrende Kälte mit Dauerfrost und zweistelligen Tiefstwerten in der Nacht sorgt in Nordrhein-Westfalen für erhebliche Verkehrsprobleme. Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes von Montag werden die Temperaturen bis zum Wochenende auch tagsüber nicht über Null Grad steigen. Selbst das Rheinland wird demnach im Dauerfrost bleiben. So werden für den Dienstag Höchsttemperaturen zwischen minus 8 und minus 3 Grad erwartet.

In Nächten gehen die Werte tief in den Keller. So werden für den Nordosten von NRW Tiefstwerte bis minus 15 Grad prognostiziert. Bei klarem Himmel können es stellenweise in Bodennähe sogar bis minus 17 Grad sein. Der große Schneefall ist dann aber vorbei und es wird vielerorts sonnig.

Zugausfälle und Verspätungen im Bahnverkehr

Pendler und Bahnreisende müssen deshalb weiter mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. „Nach wie vor ist die Lage angespannt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn NRW am Montag. Weichen und Strecken müssen eisfrei gehalten werden. Auch für den Dienstag waren solche Arbeiten geplant. Im Fernverkehr endeten zu Wochenbeginn viele der aus Süden kommenden Züge in Köln und viele der aus Norden kommenden Züge konnten nur bis Hannover fahren, wie der Bahnsprecher erklärte.

Auch im Regionalverkehr gab es Behinderungen. Gerade im nördlichen Nordrhein-Westfalen seien die Einschränkungen stark gewesen. „Die Meisten haben sich entsprechend darauf eingestellt und sich nicht erst auf den Weg gemacht“, sagte der Bahnsprecher. Er verwies auf Kulanzregelungen und auf Aufenthaltszüge beispielsweise in Köln.

Gefahr auf den Straßen durch Glätte und festgefahrenen Schnee

Auch auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen machen die sibirische Kälte und Schnee das Fahren vielerorts schwierig oder stellenweise sogar unmöglich. Der DWD warnt weiter vor Glätte und festgefahrenem Schnee. Zweistellige Minusgrade machten das Freihalten der Straßen besonders schwer. Am Montag gab es weiteren Neuschnee, vom Siegerland bis nach Ostwestfalen und über das Mindener Land ins Münsterland waren es teils bis 15 Zentimeter.

Im Ruhrgebiet, im Münsterland und in Ostwestfalen fuhr im öffentlichen Nahverkehr kaum ein Bus. Stadt- und Straßenbahnen konnten meist nur in Tunnelabschnitten fahren. „Man sollte sich wirklich warm einpacken“, mahnte eine Meteorologin des DWD in Essen angesichts der Kälte in den nächsten Tagen und dem Sonnenschein, der sehr viele Menschen nach draußen locken dürfte.

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Wind könne dafür sorgen, dass es sehr unangenehm werde. In Werl beispielsweise habe sich am Montag die Lufttemperatur von minus 9 Grad durch den Wind etwa wie minus 22 Grad angefühlt. Rekordtiefstwerte sind die erwarteten Minusgrade in NRW nach den Übersichten des DWD aber bei weitem nicht: So wurden am 27. Januar 1942 in Münster minus 29,7 Grad und in Essen minus 24 Grad gemessen.

Tausende freiwillige und hauptamtliche Einsatz- und Rettungskräfte

Auf den Autobahnen war nach dem Schneechaos vom Wochenende auf den meisten Strecken zumindest ein Fahrstreifen frei. Das Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen auf den Autobahnen in den westfälischen Regierungsbezirken wurde bis Montagabend 22 Uhr verlängert. Die Arbeit der Räumdienste wurde durch die starken Winde behindert. Die Böen hätten den Schnee immer wieder auf die Straßen geweht, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs Straßen.NRW. Die Teams seien pausenlos im Einsatz: „Sie räumen und streuen und räumen und streuen.“

In Warendorf gab es dabei einen Unfall. Ein Räumfahrzeug fuhr einem Fußgänger über den Fuß. Das Unfallopfer kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus, wie die Polizei berichtete. Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen sind am Wochenende in NRW zu fast 2300 Einsätzen ausgerückt. Laut Innenministerium war alleine die Polizei 1568 Mal gefragt.

Das „große Chaos“ sei ausgeblieben, weil Tausende freiwillige und hauptamtliche Einsatz- und Rettungskräfte angepackt hätten, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU). Bei rund 730 Unfällen wurden laut Ministerium am Wochenende drei Menschen schwer und 63 leicht verletzt. Ein Mann starb, nachdem er mit seinem Wagen in Duisburg in einen Bach gestürzt war.

dpa

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