Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

EHEC-Darmvirus beschäftigt das Dorf

Panik ist unangebracht

Deutschlandweit warnen Ärzte vor dem EHEC-Erreger. Auch im Dorf ist der lebensgefährliche Darmkeim ein Thema.

KIRCHHELLEN

von Von Christiane Goßen

, 30.05.2011

Bauer Eberhard Schmücker wird in letzter Zeit oft von Kunden auf EHEC angesprochen. Da er Obst und Gemüse größtenteils aus eigenem Anbau verkauft, warnt er vor Hysterie. Er bietet sogar Gurken auf seinem Hof an - allerdings nicht aus Spanien, sondern vom Niederrhein. „Natürlich sind die Verbraucher verunsichert. Aber wenn sie wissen, woher das Gemüse kommt, das sie kaufen, sind sie meistens beruhigt“, erklärt Schmücker. „Und das ist bei den heimischen Höfen ja der Fall.“ Außerdem kämen Gurken sowie auch Erdbeeren gar nicht mit tierischem Dünger in Kontakt. Das bestätigt Bauer Jörg Umberg. „Man sollte die Hygieneregeln anwenden, die man von klein auf lernt: regelmäßig die Hände waschen und Obst und Gemüse vor dem Verzehr gut abwaschen“, rät er. Der heimische Spargel gehöre nicht zu den Risikoprodukten, so Umberg. „Die Spargelstangen werden schließlich geschält und gekocht.“

Die Kirchhellener Supermärkte EDEKA und Kaufpark merken, dass der Verkauf von Salat, Gurken und Tomaten zurzeit stark zurückgegangen ist. „Die Kunden fragen nach, welches Gemüse man sorglos kaufen und essen kann“, weiß EDEKA-Verkäuferin Zakire Durmus. „Wir erklären dann, dass die Tomaten und Gurken bei uns vor dem Verkauf geprüft werden.“ Dazu hängen rund um die Gemüsetheke Schilder, auf denen die Kunden sich informieren können. Ebenso ist es beim Kaufpark. „Das Gemüse verkauft sich schlecht“, sagt Marktleiter Michael Drzisga. „Deshalb beziehen wir im Moment auch weniger Gurken und Tomaten. Die, die wir zum Verkauf anbieten, werden von den Instituten der REWE-Gruppe auf EHEC geprüft.“ Eine Mitarbeiterin der allgemeinmedizinischen Praxis Dr. Siegbert Hebisch warnt vor Panikmache. „Man sollte die allgemein bekannten Hygienemaßnahmen beachten“, sagt auch sie. „Innerhalb einer Familie sollte zum Beispiel jeder sein eigenes Handtuch benutzen.“ In der Arztpraxis erkundigen sich viele Patienten nach dem EHEC-Erreger. „Dazu geben wir gerne Auskunft“, sagt die Mitarbeiterin. „Aber solange ein Durchfall-Patient kein Blut im Stuhl und Fieber hat, reichen meist Schonkost und Ruhe als Behandlung aus.“

Dr. Christian Marga vom Bottroper Gesundheitsamt rät, verschärft auf Hygiene in der Küche zu achten. „Messer und Küchentücher sollten stets gereinigt werden“, sagt Dr. Marga. „Lebensmittel, die möglicherweise kontaminiert sind, sollten von anderen getrennt werden.“ Wenn ein Familienmitglied an Durchfall erkrankt ist, sei strikte Hygiene zum Beispiel bei der Wäsche notwendig. „Wenn möglich, sollte dem Erkrankten eine eigene Toilette zugewiesen werden“, so Dr. Marga. Wenn die Symptome über eine normale Durchfallerkrankung hinausgingen, solle der Betroffene einen Arzt aufsuchen. Außerdem rät Dr. Marga, tagesaktuell die Pressemeldungen über EHEC zu verfolgen und sich zu informieren.

Lesen Sie jetzt