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Die Installierung der Bergmannsampelmännchen sorgt für Diskussionen in Kirchhellen

Bergmannsampelmännchen

Sie waren Thema in der Bezirksvertretung, jetzt wird im Dorf über sie diskutiert: die Bergmannsampelmännchen. Die SPD will die Kosten übernehmen, doch nicht jeder ist begeistert.

Kirchhellen

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Die Installierung der Bergmannsampelmännchen sorgt für Diskussionen in Kirchhellen

Solche Ampeln soll es demnächst auch in Kirchhellen geben, wenn es nach der SPD geht. © picture alliance/dpa

„Für uns sind die Bergmannsampelmännchen ein Stück Geschichtsaufarbeitung", erklärte Willi Stratmann, Vorsitzender der SPD Kirchhellen. Er und seine Partei wollen für die Installierung von Bergmannsampelmännchen im ganzen Stadtgebiet spenden. Auch in Kirchhellen soll an der Kreuzung Bottroper Straße/Hauptstraße/Alleestraße/Holthausener Straße bald ein neues Bildchen die Ampeln schmücken.

In der Sitzung der Bezirksvertreter Ende Januar hatten sich einige Politiker gegen die Installierung ausgesprochen. So befand Dorothee Askemper (CDU): „So ein Ampelmännchen braucht es hier nicht.“ Die endgültige Entscheidung trifft dennoch die Stadt, durch die Finanzierung der SPD sind nun zumindest die Weichen gestellt.

Kirchhellen hat in erster Linie profitiert vom Bergbau

Als Kirchhellener habe man in vielen Fällen vom Bergbau profitiert, erklärt Willi Stratmann: „In der gesamten Region war der Bergbau in erster Linie gut für die Leute. Vor allem aus dem Dorf haben viele dort gearbeitet und auch viele Firmen waren in diesem Feld tätig." Für die Region sei es ein entscheidender Teil der Geschichte gewesen, der durch die Ampelmännchen gewürdigt werde.

Das sehen jedoch nicht alle Kirchhellener so. Besonders der Initiativkreis Bergbaubetroffener Bürger (IBB) äußert Unverständnis. „Das Bottroper Angebot, ein solches Projekt hier und im übrigen Stadtgebiet auch noch aus Steuermitteln zu fördern, zeugt unserer Ansicht nach von wenig Fingerspitzengefühl und Gespür für die Befindlichkeit der vielen vom Bergbau geschädigten Bürgerinnen und Bürger", so Michael Farien, ein Sprecher des Vereins.

Er bezieht sich dabei auf den sogenannten Verfügungsfonds der Stadt, der Geld für die Stadt-Verschönerung beinhaltet. Die Bedingung für eine Ausschüttung dieser Gelder ist, dass die Hälfte der Finanzierung von Privatpersonen übernommen wird. Eine Jury entscheidet am Ende, ob ein Projekt zu fördern ist oder nicht.

Initiativkreis Bergbaubetroffener Bürger kann die Installierung nicht nachvollziehen

Farien kann die Unterstützung dieses Projektes nicht nachvollziehen: „Die putzigen Bergmännchen müssen den Geschädigten zwangsläufig sauer aufstoßen: Dargestellt wird hier schließlich nicht der reale moderne Hochleistungsbergbau, der im kostenminimierenden und gleichzeitig schadensmaximierenden Bruchbauverfahren Kirchhellen allein seit dem Jahr 2000 um ca. 11,50 m versenkt hat, sondern ein niedlicher Lampenträger, der dieses offenbar vergessen machen soll."

Willi Stratmann sieht die Installierung nicht als Provokation: „Provokation würde ja bedeuten, dass man sich zwar über die guten Taten freut, sich aber von dem Negativen provozieren lässt." Die Bergbauschäden unter den Tisch kehren wolle man nicht, so Stratmann: „Natürlich muss sich der Bergbau für die Schäden verantworten. Insgesamt überwiegen für uns aber die Vorteile."

In allen Wirtschaftszweigen gibt es Nachteile

Zudem zieht Stratmann einen Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen: „Es gibt überall Nachteile. In der Landwirtschaft wird auch immer wieder über verschiedene Aspekte diskutiert. Insgesamt überwiegt da aber das Positive." So solle es im Bergbau auch sein.

Er sehe insbesondere in der Gemeinsamkeit der Ruhrgebietsstädte einen Vorteil: „Viele haben sich gefragt, welchen Sinn die Bergmannsampelmännchen haben, wenn es schon andere Symbole für den Bergbau gibt. Ich sehe das aber als ein Stück gemeinsamer Geschichtsaufarbeitung aller Ruhrgebietsstädte."

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