Kein Kontakt zur Außenwelt: Mutter soll Sohn fast 30 Jahre eingesperrt haben

Kriminalität

In Schweden hat eine Mutter ihren Sohn offenbar über Jahrzehnte lang isoliert. Der 41-Jährige soll seitdem er zwölf Jahre alt war von der Außenwelt abgeschnitten gewesen sein.

01.12.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Polizist geht auf den Eingang eines Mehrfamilienhauses in Haninge südlich von Stockholm zu, in der eine Frau verdächtigt wird, ihren Sohn eingesperrt zu haben.

Ein Polizist geht auf den Eingang eines Mehrfamilienhauses in Haninge südlich von Stockholm zu, in der eine Frau verdächtigt wird, ihren Sohn eingesperrt zu haben. © picture alliance/dpa/TT NEWS AGENCY/AP

In Schweden steht eine 70-jährige Frau unter Verdacht, ihren Sohn jahrzehntelang isoliert zu haben. Die Zeitung „Expressen“ berichtete am Montagabend, eine Verwandte habe den heute 41-jährigen Mann in der völlig verwahrlosten Wohnung gefunden. Er soll von der Außenwelt abgeschnitten gewesen sein, seit er 12 Jahre alt gewesen sei.

Die Polizei wollte Einzelheiten zu dem Fall nicht kommentieren, bestätigte aber am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Frau festgenommen worden sei. Gegen sie werde wegen Freiheitsberaubung und schwerer Körperverletzung ermittelt. Die Frau bestreite die Vorwürfe.

„Es war wie in einem Horrorfilm“

Die Verwandte sagte gegenüber „Expressen“, sie habe lange den Verdacht gehabt, dass die Frau ihren Sohn eingesperrt habe. Als sie gehört habe, dass die 70-Jährige im Krankenhaus sei, sei sie am Sonntagabend zu der Wohnung gegangen: „Es war wie in einem Horrorfilm“, sagte sie der Zeitung.

Die Wohnung sei dunkel und völlig zugemüllt gewesen. Der Mann habe in einer Ecke auf dem Boden gesessen. Er habe kaum sprechen können. Er habe trotz seines Alters nur wenige Zähne und Wunden an den Beinen. Sie habe einen Krankenwagen gerufen, die Ärzte im Krankenhaus hätten schließlich die Polizei alarmiert.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sich der Mann weiterhin im Krankenhaus befinde. Zu der Art der Verletzungen wollte sie sich nicht äußern.

RND

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